Aachen: AC2-Innovationspreis für Jülicher Firma MeteoViva

Aachen: AC2-Innovationspreis für Jülicher Firma MeteoViva

Für Markus Werner war es im Grunde so etwas wie ein Wiedersehen. Vor fünf Jahren stand der Gründer und geschäftsführende Gesellschafter der Jülicher MeteoViva GmbH schon einmal auf der Bühne im Krönungssaal des Aachener Rathauses.

2011 wurde sein Unternehmen dort mit dem ersten Preis der Wachstumsinitiative ausgezeichnet. Dessen patentiertes Verfahren, das mittels eines mathematischen Modells die Energietechnik in Gebäuden vorausschauend steuert, konnte schon damals die Jury des Geschäftsplanwettbewerbes „AC2 — Gründung, Wachstum, Innovation“ überzeugen.

Oculavis Foto: Andreas Steindl

Am Donnerstagabend stand Werner wieder auf der Bühne, wieder wurde ihm gratuliert — und diesmal konnte er eine Skulptur des Künstlers Rolf Jägersberg entgegennehmen: Der Sieger des diesjährigen AC2-Innovationspreises kommt aus Jülich.

Oculavis Foto: Andreas Steindl

International aktiv

Werners Freude war natürlich groß, als Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp als diesjähriger Vorsitzender der Jury ihm die Auszeichnung überreichte. „Die MeteoViva GmbH ist mit ihrer Technologie und ihrem innovativen Geschäftsmodell Vorreiter und setzt international den Standard für eine energieeffiziente Gebäudeautomation.

Das Unternehmen ist ein Aushängeschild für die Innovationskraft der Region“, sagte Philipp bei der Verleihung, die von Aachens Stadtsprecher Bernd Büttgens moderiert wurde. Das Jülicher Unternehmen zählt 20 Mitarbeiter, bei der Preisverleihung 2011 waren es erst sieben Angestellte. MeteoViva senkt inzwischen in bereits mehr als 60 großen Gebäuden in Europa und den USA die Energiekosten um durchschnittlich 26 Prozent. Im Rennen um die Auszeichnung hatte sich die MeteoViva GmbH gegen die Aachener Devolo AG und QsQ Werkzeug- und Vorrichtungsbau aus Erkelenz durchgesetzt.

Rund 700 geladene Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Politik waren am Donnerstagabend in den Krönungssaal gekommen, in dem Garrelt Duin, NRW-Wirtschaftsminister und Schirmherr des Wettbewerbs, in seinem Grußwort die Innovationskraft der Aachener Region lobte: „Wissen, Kreativität und Innovationen sind die wichtigsten Rohstoffe des 21. Jahrhunderts.

Den Gewinnern des AC2-Innovationspreises ist es gelungen, diese Rohstoffe zu verarbeiten und am Markt erfolgreich umzusetzen“, sagte er. Die Preisträger trügen dazu bei, dass nicht nur die Region Aachen, sondern auch das Land NRW konkurrenz- und zukunftsfähig bleibe, so Duin.

Wachstums- und Gründerpreis

Innovativ und konkurrenzfähig: Diese beiden Merkmale haben auch Markus Große Böckmann, Martin Plutz und Philipp Sibenkotten auf die Fahne ihrer Oculavis GmbH geschrieben — und das mit Erfolg: Sie wurden mit dem ersten Preis (10.000 Euro) des AC2-Gründungswettbewerbs ausgezeichnet. Die Softwareplattform verbindet den Menschen über tragbare Geräte wie Datenbrillen, „smarte“ Handschuhe und Tablets mit Maschinen und Werkstücken. 2016 wurde sie als Spin-off aus dem Fraunhofer Institut für Produktionstechnologie IPT Aachen gegründet.

Der zweite Platz (7500 Euro) ging an Thomas Burtscheidt, Michael Dang und Anja Rother von Cloudprinting. Das Aachener Team hat die vorbereitenden Schritte für 3D-Drucke digitalisiert. Dritter (5000 Euro) wurde das seit 2015 bestehende Aachener Start-up Laserkatze GbR Jan Henric Stönner & Sophy Stönner. Die beiden Gründer und Geschwister haben eine Lasercut-Manufaktur für Designobjekte entwickelt.

Auch in der Kategorie „AC2 — die Wachstumsinitiative“ stachen drei Unternehmen hervor: Mirco Hengst und Irene Terborg hatten sich mit ihrer Laix Technologies UG beworben — und sie belegten gleich den ersten Rang (5000 Euro). Das Unternehmen aus Langerwehe beschäftigt sich mit der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von Laborgeräten. Zweiter (2500 Euro) in dieser Kategorie wurde die Aachener AmbiHome GmbH, die Soft- und Hardware für intelligente Haus- und Gebäudeautomation produziert und vertreibt.

Mit dem dritten Preis (1000 Euro) wurde die Engiro GmbH ausgezeichnet — ebenfalls aus Aachen. Spezialisiert hat sich das Unternehmen auf sogenannte Range-Extender, die die Reichweite elektrisch betriebener Fahrzeuge verlängert.

(ansc/hdj)
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