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Betreiber des RRX: Abellio will verlustreiche NRW-Strecken aufgeben

Betreiber des RRX : Abellio will verlustreiche NRW-Strecken aufgeben

Die in Finanznot geratene Privatbahn Abellio will sich nach einem Medienbericht von mehreren Strecken in Nordrhein-Westfalen zurückziehen. Auch der RRX ist betroffen.

Die in Finanznot geratene Privatbahn Abellio will sich nach einem Medienbericht von mehreren Strecken in Nordrhein-Westfalen zurückziehen und hat den Verkehrsverbünden ein Angebot für einen zeitlich gestreckten Ausstieg vorgelegt. Der Betreiber mehrerer Linien des Rhein-Ruhr-Expresses (RRX) von Aachen über Düsseldorf bis Hamm und der S-Bahn Rhein-Ruhr hat nach Informationen der Funke-Mediengruppe den Verbünden in NRW vorgeschlagen, die Linien noch für zwei Jahre zu betreiben. Über ein entsprechendes Angebot soll am Freitag beraten werden. Damit sei eine „geordnete Neuausschreibung“ der Verträge möglich, sagte der gerichtlich bestellte Sachwalter Rainer Eckert laut dem Bericht.

Ein Abellio-Sprecher bestätigte, dass das Unternehmen ein Angebot vorgelegt habe und bereit sei, „im Falle einer Einigung einen dreistelligen Millionenbetrag zur langfristigen Sicherung der Verkehre zur Verfügung zu stellen“. Es gehe darum, den Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen fortzuführen und die Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Weitere Details zu dem Angebot und zum möglichen Rückzug bei bestimmten Linien nannte der Sprecher nicht. Die Entscheidung liege nun bei den Verkehrsverbünden Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) und Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), erklärte er. Über die Rückzugspläne von Abellio hatte zuvor schon das Online-Portal „NahverkehrNRW“ berichtet.

Laut dem Medienbericht sieht das Angebot vor, dass der Gesellschafter – die niederländische Staatsbahn – einen „unteren dreistelligen Millionenbetrag“ als Kompensation für anfallende Verluste zur Verfügung stellt. Ein Abellio-Sprecher bestätigte, dass sein Unternehmen ein Angebot vorgelegt habe und bereit sei, „im Falle einer Einigung einen dreistelligen Millionenbetrag zur langfristigen Sicherung der Verkehre zur Verfügung zu stellen“. Es gehe darum, den Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen fortzuführen und die Arbeitsplätze langfristig zu sichern.

Zu dem von der Zeitung beschriebenen Übergangszeitraum von zwei Jahren wollte der Sprecher sich nicht äußern. Auch die Sprecher der drei Verkehrsverbünde verwiesen auf die Vertraulichkeit der Verhandlungen und äußerten sich nicht weiter. Die Entscheidung liege nun bei den Verkehrsverbünden, erklärte der Abellio-Sprecher.

Abellio hat nach eigenen Angaben rund 3100 Beschäftigte in Deutschland. Die 52 Zuglinien liegen vor allem in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Baden-Württemberg.

In NRW betreibt Abellio unter anderem die RRX-Linien RE 1 von Aachen bis Hamm und RE 11, die S-Bahn Rhein-Ruhr sowie Strecken im Sauer- und Siegerland. Wie andere Konkurrenten der Deutschen Bahn klagt das Unternehmen über hohe Kosten, die beim Abschluss der langjährigen Verträge mit den Verkehrsverbünden nicht abzusehen gewesen seien. Wegen finanzieller Schwierigkeiten ging Abellio im Juni in ein sogenanntes Schutzschirmverfahren, eine Sanierung im Rahmen des Insolvenzrechts.

Andere Bahnstrecken in NRW will Abellio nicht vorzeitig aufgeben. „Die drei anderen Verkehrsverträge (Ruhr-Sieg-Netz, Niederrhein-Netz und S7) sind für die jeweilige Restlaufzeit abgesichert, es besteht also langfristige Planungssicherheit und Kontinuität im Fahrgastbetrieb“, sagte Eckert der Funke-Mediengruppe.

(dpa)