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Aachen: Aachener Spezialversender Pro-Idee auch online stark

Aachen : Aachener Spezialversender Pro-Idee auch online stark

„Wir wären schnell vom Markt, wenn wir nur Online-Handel machten”, beschreibt Dieter Junghans die Strategie seines Versandhandels.

Zwar sind die Online-Kunden beim Aachener Versender Pro-Idee gern gesehen - ihr Anteil liegt bei 20 Prozent - doch sollen sie selbst entscheiden, auf welche Weise sie ihre Ware bestellen.

„Wir treiben die Leute nicht ins Internet”, erläutert der geschäftsführende Gesellschafter der Pro-Idee-Gruppe die sogenannte „Multi-Channel”-Strategie seines Hauses. Der Kunde kann zu den jeweiligen Katalogen greifen, sich des Internet-Auftritts bedienen oder auch im Laden die Waren anfassen.

Neben dem Geschäft in Aachen ist Pro-Idee auch an den Flughäfen Düsseldorf und - seit Juli 2008 - Köln vertreten. Weitere Standorte sollen folgen. Das Pro-Idee-Versandgeschäft macht inzwischen rund 90 Prozent des Gruppen-Umsatzes von 145 Millionen Euro aus. Die 650 Mitarbeiter sorgen dafür, dass die Kunden neben den Hauptkatalogen mit einer Vielzahl von Spezial-Angeboten (technische Neuheiten, Küche, aktuelle Mode) bedient werden.

Die Zahl der Jahreskunden bewegt sich im sechsstelligen Bereich.Ursprünglich ist Junghans nach dem Krieg als Woll-Versender gestartet. Doch der Strick-Boom ist längst vorbei. Der Woll-Bereich wird jetzt durch einen 100-seitigen Katalog ergänzt, der vorwiegend Bastel-Artikel (Schmuck, Malen) enthält. Natürlich wird das gesamte Angebot zeitgleich ins Internet gestellt.

Als echter Mittelständler mit überschaubaren Strukturen operiert Dieter Junghans sehr flexibel und testet gerne neue Märkte aus. Ein Beispiel ist das Weingeschäft, das sich inzwischen solide entwickelt hat. Fünf Kataloge halten die Kunden auf dem Laufenden. Alle Weinbaugebiete sind vertreten. Allerdings liegt, so Junghans, „wegen des hervorragenden Preis-Leistungsverhältnisses” der Schwerpunkt im Augenblick bei spanischen Weinen. Der Einstiegspreis liegt bei fünf Euro, aber es gibt auch Flaschen zu 295 Euro.

Mit dem Spezialversender „Das Kavaliershaus” begibt sich Junghans auf Neuland. Vermarktet werden Vorhänge und Gardinen, die aufhängefertig geliefert werden. Pro-Idee macht sich dabei die Möglichkeiten des Internets voll zu nutze. Online wird ein Raumplaner mit 3D-Ansichten angeboten. Der Kunde gibt sein Wohnambiente, Bodenbelag und Wandverkleidung ein und sieht zu Hause auf seinem Bildschirm, wie die ausgewählten Vorhänge wirken.

Eine große Rolle spielt bei Pro-Idee inzwischen das Auslandsgeschäft, auf das ein Fünftel des Umsatzes entfällt. Der Versender ist in Österreich, Großbritannien, Frankreich, der Schweiz und den Niederlanden mit eigenen Katalogen und Web-Auftritten präsent.

Deshalb hat Dieter Junghans auch einen genauen Einblick in die wirtschaftliche Situation jener Länder. Außer in Großbritannien sei von der internationalen Finanzkrise im Konsumverhalten in keinem anderen Land etwas zu spüren. „Es sieht im Augenblick bei den Bestellungen erstaunlich gut aus”, sagt er.

Um den osteuropäischen Markt macht Pro-Idee noch einen großen Bogen. Mittelfristig schließt Dieter Junghans einen Markteintritt nicht aus. Aber er will noch abwarten bis die Zahl kaufkräftiger Kunden zugenommen hat.