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Aachen/Heerlen: Aachener LED-Kachel-Fabrikant sucht Investor weltweit

Aachen/Heerlen : Aachener LED-Kachel-Fabrikant sucht Investor weltweit

Matthias H. Gimpel, Geschäftsführer der Ingenieurgesellschaft QuadLED GmbH, Aachen, weiß aus Erfahrung: „Ohne Omas Häuschen krieg ich kein Geld.” Der Jung-Unternehmer hofft dennoch, fündig zu werden - auf dem „Europan Venture Market” (EVM) der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen.

Gimpel hat LED-Kacheln entwickelt, die „absolut homogene Farben” in millionenfachen Versionen abstrahlen. Ein Geschäftsmann in Georgien hat bereits 8000 Stück für seine Luxusvilla geordert. „Wir verkaufen Atmosphäre”, sagt Gimpel im „World Trade Center” auf dem Gewerbegebiet Avantis, Heerlen/Aachen.

QuadLED-Kunden sind neben Eigenheimern Messe- und Ladenbauer, Finanzdienstleister, Gastronomen sowie Wellness- und Gesundheitsbetriebe. Auf dem EVM sucht der studierte Physiker Kapital für eine Wachstumsfinanzierung - wie rund 50 weitere Unternehmer, davon die Hälfte aus der Region Aachen.

Einer der 30 Wagniskapitalisten (Venture Capitalists(VC) auf dem EVM ist Manuel Reitmeier, Finanzvorstand der Mic AG, München, die auf Existenzgründer-Finanzierungen in der Frühphase spezialisiert hat.

Reitmeier ist, so Ulf Leonhard, Vorstand der Continua Unternehmensentwicklung AG, Berlin, die im IHK-Auftrag den EVM organisiert, mit der gesamten VC-Szene „einschließlich des Multimillionärs am Tegernsee” vernetzt.

In dieses Netzwerk müsse sich der Unternehmer einklinken. Mit einem überzeugenden Geschäftsmodell sei eine Finanzierung mit Kapitalanlegern in der Regel zu realisieren. „Man muss sich halt drum kümmern”, so Leonhard.

Auf dem „Marktplatz” EVM sei, so Reitmeier, weniger die PowerPoint-Präsentation entscheidend als vielmehr das „Get Together” danach: „Das meiste Geschäft wird am Abend gemacht” - beim „Small Talk” zwischen Kapitalgeber und Unternehmer.

Dass die Technologieregion Aachen für Investoren ein attraktives Pflaster ist, daran lässt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes keinen Zweifel: „Die Region ist bekannt für ihre Hightech-Gründer aus der RWTH Aachen. Vielleicht präsentieren sich hier die Börsen-Stars von morgen.”

Auch der Wirtschaftsminister der Provinz Limburg, Herman Vrehen, ist von der „Attraktivität unserer Grenzregion” für internationale Investoren überzeugt. Indes: Kein Unternehmen aus dem Nachbarland ist auf dem EVM vertreten. Das will Vrehen zur EVM 2010 abstellen.

Auch QuadLED-Chef Gimpel, zugleich Gutachter der regionalen Gründer-Initiative AC2, stellt noch immer einen „unsichtbaren Vorhang Richtung Westen” fest. Abhilfe könne der „Klüngel” schaffen, man müsse sich persönlich kennen (lernen).

Das beherzigt auch die Provinzregierung in Maastricht. Für 2010 will Vrehen den „direkten Kontakt” zu den dortigen Unternehmen suchen, damit der „European Venture Market Aachen/Euregio Meuse-Rhine” den Namen dann zu Recht trägt.