Düsseldorf/Aachen: Aachener Lambertz-Gruppe blickt optimistisch in die Zukunft

Düsseldorf/Aachen : Aachener Lambertz-Gruppe blickt optimistisch in die Zukunft

Über fehlenden Hunger der Verbraucher auf Süßes kann sich die Aachener Lambertz-Gruppe nicht beschweren. Seit sich Lebkuchen, Christstollen und Dominosteine wieder in den Lebensmittelregalen stapeln, sorgen Tag für Tag 150 Lastwagen für Nachschub vom Süßwarenhersteller.

Allein 660 Millionen Dominosteine und 720 Millionen Printenherzen, -sterne und -brezeln warten auf die Kunden. „Die Herbst- und Weihnachtsprodukte machen etwas mehr als die Hälfte unseres Umsatzes aus“, sagte Lambertz-Chef Hermann Bühlbecker am Donnerstag auf der Jahrespressekonferenz seines Unternehmens in Düsseldorf.

Die ungewöhnlich hohen Temperaturen im September und Oktober 2016 schlugen sich trotzdem in der Bilanz des zurückliegenden Verkaufsjahr 2016/17 nieder. Der Gesamtumsatz des Familienunternehmens stieg lediglich um 3,5 Millionen Euro auf 654,5 Millionen Euro.

Für Bühlbecker aber kein Grund zur Panik. „Sobald die Temperaturen wieder zurückgehen, steigt auch die Lust auf Süßes“, sagte der Unternehmer. Seit dem Start des neuen Geschäftsjahres zum 1. Juli sei man bereits gut unterwegs. Die Statistik gibt Bühlbecker Recht: Jedes Jahr verzehrt jeder Verbraucher cirka ein Kilogramm der Saisonartikel.

Lambertz umfasst heute weit mehr als die vor 328 Jahren gegründete Aachener Printen- und Schokoladenfabrik. In acht Werken, darunter an drei Standorten, werden von rund 4000 Beschäftigten unter anderem Aachener Printen (Lambertz, Kinkartz), Nürnberger Lebkuchen (Weiss, Haeberlein-Metzger) und Dresdener Stollen (Dr. Quendt) produziert. Erst vor zwei Jahren hatte Bühlbecker den damals ins Trudeln geratenen Dresdener Stollenbäcker übernommen.

„Wir konnten den Umsatz auf 22,6 Millionen Euro oder neun Prozent verbessern“, verkündete der Lambertz-Chef. Wichtig sei bei den Zukäufen, dass die Identität des jeweiligen Unternehmens erhalten bleibe. „Wir sind die Hüter der alten Marken“, sagte Bühlbecker. Wenn jemand Nürnberger Lebkuchen kaufe, wisse kaum jemand, dass Lambertz aus Aachen dahinter stecke. Bühlbecker: „Und das ist auch gut so.“

Auf der Erfolgsschiene sieht der Unternehmenschef auch seine Jahresartikel, wobei besonders die Bioprodukte immer mehr von den Verbrauchern angenommen würden. „Ohne einen Euro TV-Werbung“, wie Bühlbecker betonte. „Bioprodukte müssen genauso gut schmecken wie normale Süßwaren, aber auch dem Gesundheitsaspekt muss Tribut gezollt werden.“ Neben Deutschland gehörten Spanien, Österreich und Frankreich zu den größten und wichtigsten Ländern bei der Vermarktung von Biogebäcken.

Eine Herausforderungen sei der turbulente Rohstoffmarkt. Preisrückgängen beim Kakao stehen laut Bühlbecker Preissteigerungen um mehr als 100 Prozent insbesondere bei der Butter gegenüber. Der Verbraucher habe trotzdem keine höheren Preise in dieser Weihnachtssaison zu befürchten. „Zum einen haben wir nur wenige Produkte mit hohem Butteranteil, zum anderen machen wir genauso wie der Handel eine Mischkalkulation.“ Im nächsten Jahr seien Preissteigerungen für entsprechende Produkte aber nicht ausgeschlossen.

Mehr von Aachener Zeitung