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Aachen: Aachener Firma Paion geht an die Börse

Aachen : Aachener Firma Paion geht an die Börse

Das Biotechnologie-Unternehmen Paion GmbH, Aachen, das Wirkstoffe gegen Schlaganfälle entwickelt, will im Februar an die Börse gehen.

Die Erstnotiz soll für den 10. Februar geplant sein, die Emission dürfte ein Volumen von 60 bis 70 Millionen Euro haben. Eine offizielle Bestätigung gab es am Donnerstag nicht.

Erlös für Entwicklung

Die Aktien sollen bei Großinvestoren platziert werden. Einer der bisherigen Kapitalgeber ist die S-UGB der regionalen Sparkassen, die mit anderen Risikokapitalgesellschaften und privaten Anlegern seit der Gründung im Jahr 2000 gut 51 Millionen in das Projekt Paion gesteckt hat.

Wie es am Kapitalmarkt heißt, wollen die alten Anteilseigner ihre Beteiligungen nicht abgeben. Der Emissionserlös soll vielmehr in Produktentwicklung und Markteinführung fließen. Hauptprodukt Paions ist bislang Desmoteplase, ein natürliches Eiweiß, das die Blutgerinnung hemmt. Es könnte 2007 marktreif und zulassungsfähig sein.

Das Enzym stammt aus dem Speichel der Vampirfledermaus (lat. Desmodus Rotundus), dadurch gerinnt das Blut der Beute nicht. Bei einem Schlaganfall, der dritthäufigsten Todesursache, unterbrechen Blutgerinnsel die Versorgung des Gehirns mit Blut.

Durch Desmoteplase können nach Herstellerangaben bei 80 Prozent aller Patienten noch neun Stunden nach dem Schlaganfall Blutgerinnsel behandelt werden, ohne dass sich das Risiko einer Hirnschädigung erhöht. Bislang ist eine Akut-Therapie schon drei Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome aussichtslos.

Gründer des Biopharmazie-Unternehmens, das heute in Aachen 50 Mitarbeiter beschäftigt, ist das Biomediziner-Ehepaar Wolfgang und Mariola Söhngen. Die heutigen Geschäftsführer arbeiteten zuvor u.a. für die Grünenthal GmbH, Aachen/Stolberg.