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Berlin: Aachen steht im Städteranking ganz unten

Berlin : Aachen steht im Städteranking ganz unten

Zum fünften Mal in Folge hat München sich als Stadt mit der größten Wirtschaftskraft in Deutschland behauptet. In dem am Freitag veröffentlichten Vergleich der 50 größten Städte Deutschlands der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der „Wirtschaftswoche” belegte die bayerische Hauptstadt erneut Platz eins.

Damit rangiert sie vor Münster, Frankfurt am Main, Karlsruhe und Düsseldorf. Ganz unten rangiert Berlin. Die sich am dynamischsten entwickelnde Stadt ist dem Ranking zufolge erneut Dresden - die weiteren vorderen Plätze belegen Leipzig, Saarbrücken, Münster und Mannheim.

Nur wenig Dynamik entwickeln demnach Wuppertal (Platz 46), Lübeck (47), Gelsenkirchen (48) und Aachen (49), die in dieser Kategorie auf den letzten Plätzen vor Berlin (50) landen.

Für Aachen machte die Studie ein Absinken des Bruttoinlandsproduktes von 2002 bis 2006 um 2,4 Prozent aus, während der durchschnittliche Zuwachs 7,1 Prozent betrug.

Unterdurchschnittlich fiel für Aachen auch die Altersbeschäftigungsquote aus, die von 2002 bis 2007 um 3,9 Prozentpunkte stieg - der durchschnittliche Anstieg lag aber bei 5,8 Prozentpunkten.

Im Jahre 2007 waren in Aachen 47,3 Prozent der Einwohner erwerbstätig. Der Durchschnitt der 50 untersuchten Städte betrug 54,7 Prozent. Die Investitionsquote lag in Aachen 2007 bei 2,6 Prozent - bei einem Durchschnitt von 5,5 Prozent.

Mehr als hundert Indikatoren

„Ostdeutsche Städte befinden sich auf der Überholspur”, erklärte der stellvertretende Chefredakteur der „Wirtschaftswoche”, Michael Inacker. Vor allem Dresden und Leipzig könnten durch hohes Wirtschaftswachstum auch den Arbeitsmarkt stärken und ihre Sozialstruktur verbessern.

Chemnitz habe im Vergleich zum Vorjahr 14 Plätze im Gesamtranking aufgeholt und seinen Wohlstand „signifikant” verbessert. Die ostdeutschen Städte profitierten überwiegend von einer „gelungenen Mischung aus attraktiven Arbeitskosten und hohen Investitionsquoten”. Die als dynamischsten bewerteten Städte wiesen zudem alle ein höheres Bildungsniveau auf als die Städte auf den letzten Plätzen dieser Kategorie.

Die Wissenschaftler stuften die Städte nach mehr als hundert Indikatoren ein - etwa dem Bruttoinlandsprodukt (BIP), dem Arbeitseinkommen, der Kaufkraft, der Wirtschaftsfreundlichkeit oder der Zahl der Hochqualifizierten. Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass sich die Schere zwischen den wirtschaftlich führenden und den strukturschwachen Städten schließt.

Bei der Wirtschaftskraft (BIP pro Einwohner) holten die Städte auf den letzten zehn Plätzen - wie Berlin, Aachen, Gelsenkirchen, Wuppertal oder Oberhausen - demnach 5,6 Prozent ihres Rückstands auf die ersten zehn auf, wie INMS und „Wirtschaftwoche” erklärten. Sie lassen das Städteranking nach Wirtschaftskraft seit 2004 erstellen.