Herzogenrath: 258 Jobs sind akut gefährdet

Herzogenrath: 258 Jobs sind akut gefährdet

Während in vielen Branchen die Konjunktur wieder Fahrt aufnimmt, droht die Wirtschaftskrise in Herzogenrath ihr nächstes Opfer zu fordern.

Die Produktionsgesellschaft für metallische Erzeugnisse mbH (PME), eine Tochtergesellschaft des Industrienadelherstellers Ferd. Schmetz GmbH, hat am Freitag Insolvenz angemeldet. 258 Arbeitsplätze sind gefährdet.

Die Alarmglocken schrillen bereits seit geraumer Zeit. Schon seit rund 20 Monaten befindet sich die Belegschaft in Kurzarbeit. Dennoch war am Freitag bei einer Informationsveranstaltung der Geschäftsführung der Schock unter den Arbeitnehmern groß. Denn der Fortbestand ist angesichts der drohenden Zahlungsunfähigkeit akut gefährdet.

„Die Situation ist sehr ernst”, so Franz-Peter Beckers, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Aachen. PME hat seit Anfang 2009 mit massiven Auftragseinbrüchen zu kämpfen und einen Großteil der Produktionskapazitäten nicht auslasten können. Als Reaktion darauf hatte der erfahrene Unternehmenssanierer Prof. Manfred Hunkemöller die Geschäftsführung übernommen und versucht, durch konsequente Nutzung von Kurzarbeit die Krise zu überbrücken und die Arbeitsplätze zu erhalten. Nun soll Hunkemöller zusammen mit einem vorläufigen Insolvenzverwalter retten, was zu retten ist.

Als Ziel wird die Erhaltung und Fortführung des Geschäftsbetriebs angegeben. Der Erhalt von Arbeitsplätzen stehe im Vordergrund. Für die IG Metall steht ebenfalls im Vordergrund, die Produktion aufrechtzuerhalten. „Wir hoffen, dass zumindest für einen Teil der Beschäftigten der Standort Herzogenrath gehalten werden kann”, so Beckers mit Blick auf die Auftragslage des Nadelherstellers. Um das Optimale zu erreichen, stehen auch Gespräche zwischen Geschäftsführung, Betriebsrat und IG Metall auf der Tagesordnung.

PME produziert in Herzogenrath Spezialnadeln für die nähende Industrie, vor allem für die Bekleidungs- und Textilindustrie. Neben der Schmetz-Tochtergesellschaft PME mit ihren 258 Mitarbeitern gibt es eine Vertriebs-Tochter mit rund 100 Beschäftigten.