Düren: Wird die Kirche St. Bonifatius zu einer Kita?

Düren: Wird die Kirche St. Bonifatius zu einer Kita?

Was geschieht mit der Bonifatiuskirche? Gegen die Pläne der Pfarre St. Lukas, dort barrierefreie Wohnungen einzurichten, hatte der Denkmalschutz Bedenken vorgebracht. Nun ist ein neuer Vorschlag auf dem Tisch: In der Kirche könnte eine Kita mit vier Gruppen eingerichtet werden.

Der Jugendhilfeausschuss des Rates hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, dass die Stadtverwaltung mit der Pfarre Verhandlungen über die Errichtung einer Kindertageseinrichtung mit 80 Betreuungsplätzen aufnimmt.

„Wir stehen ganz am Anfang, es sind noch viele Einzelheiten zu klären“, sagte Jugendamtsleiter Ansgar Kieven der DZ. Die Pfarre sei auf die Stadt zugekommen und habe diese Option eröffnet. Der Bedarf an Kitaplätzen im Dürener Südosten ist seit Jahren hoch, etwa 200 Kinder haben nominell keinen Platz, werden auf andere Einrichtungen verteilt. Grundsätzlich seien die räumlichen Bedingungen erfüllt, auch das Außengelände sei gut zu nutzen.

Ein Architekt der Pfarre habe aufgezeigt, dass eine Umnutzung unter Wahrung der Denkmalschutz-Aspekte möglich sei. „Die Frage, wer die Trägerschaft übernimmt, ist ebenso wenig geklärt wie die Frage nach den Kosten“, betonte Kieven. Versuche, ein geeignetes Grundstück oder eine Immobilie im Südosten der Stadt zu finden, seien bislang gescheitert. „Wir würden uns freuen, wenn die Pfarre die Trägerschaft übernimmt“, sagte der Jugendamtsleiter.

„Oberste Priorität“

„Ich kann mir gut vorstellen, dass die Pfarre die Trägerschaft übernimmt, allerdings gibt es einen Beschluss des Bistums, keine weiteren Einrichtungen zu unterhalten“, sagte Pfarrer Hans-Otto von Danwitz. Eine Lösung könnte sein, dass die Gemeinde den Umbau mit Fördermitteln der Stadt finanziert, die Stadt aber für die Pfarrgemeinde den Eigenanteil der Betriebskosten übernimmt.

Auch könne ein anderer Träger aus der freien Jugendhilfe gesucht werden. „Wir würden uns freuen, wenn die Verhandlungen zu einem Erfolg führen“, sagte von Danwitz. „Diese Option hat oberste Priorität.“ Er betonte, dass weiterhin ein Raum zur Verfügung stehen soll, der für Gottesdienste genutzt werden kann.

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