Inden: Wird das Rathaus zum Kindergarten?

Inden: Wird das Rathaus zum Kindergarten?

Das Indener Rathaus ist kein Kindergarten. Aber es könnte bald zu einem werden, fast jedenfalls. Nicht im übertragenen Sinn, weil Politik und Verwaltung vielleicht in besonders infantiler Weise wirken, sondern tatsächlich. Denn die Gemeinde Inden hat derzeit keinen Platz mehr für Kinder.

Ab dem kommenden Sommer fehlen 25 Plätze in Kindertagesstätten. Das ergibt sich aus der Zahl der Anmeldungen für den Sommer. Deswegen läuft jetzt die Suche nach Lösungen. Eine davon könnten die drei Rathaus-Räume sein, in denen bis zum Umzug nach Jülich Ende des Jahres die Jobcom untergebracht war.

Die Verantwortlichen in Inden könnten im Bezug auf das Platzproblem die Hände in den Schoß legen. Rechtlich ist der Kreis Düren in der Pflicht, für die Betreuungsplätze zu sorgen. „Wir haben da trotzdem ein Problem“, sagte Bürgermeister Ulrich Schuster in der jüngsten Sitzung des Sozial-, Sport- und Kulturausschusses. „Der Rechtsanspruch liegt nicht bei uns, aber es sind unsere Kinder.“

Die Ausschussmitglieder teilten diese Auffassung. Der Grund dafür, dass mehr Kinder da sind, liege laut Schuster in den „gut laufenden Neubaugebieten.“ Inden, das wegen des Tagebaus viele Einwohner verloren hat, erhält den ersehnten Zulauf. Neue Anwohner bringen der Gemeinde Geld, aber nur dann, wenn sie mit einer entsprechenden Infrastruktur wie etwa Kita-Plätzen versorgt werden.

Neben dem Herrichten der Rathaus-Räume, das bis zu 22 500 Euro kosten könnte, stellte Gisela Wacker vom Sozialamt weitere Ideen vor, die ihre Mitarbeiter und sie erarbeitet haben. Es sei geplant, die aktuellen Gruppengrößen leicht zu überschreiten und zusätzliches Personal einzustellen.

Mobile Einheit

Zusätzlich sei vorstellbar, die Kita Lamersdorf laut Wacker „mit einer mobilen Einheit zu erweitern“. Diese Container könnten für fünf Jahre geleast oder gemietet werden. Die genauen Kosten dafür müssten noch ermittelt werden. 2,75 Erzieherstellen seien notwendig, um die neue Gruppe in Lamersdorf zu betreiben. Die Einrichtung im Rathaus wäre keine Kita, sondern eine sogenannte Großtagespflege, für die ein anderer Träger gesucht werden könnte.

Die Alternative wäre, direkt zwei neue Gruppen zu schaffen. Da kein Platz vorhanden ist, wäre ein Neubau fällig, mit unmittelbaren Kosten von geschätzt bis zu einer Millionen Euro. Die Indener Fraktionen haben jetzt Zeit, die Alternativen zu beraten. Im Hauptausschuss am 19. März kommt das Thema dann erneut auf die Tagesordnung.