Aachen: Therapiestunde für „Problempferde“

Aachen: Therapiestunde für „Problempferde“

Raslan bockt. Auch Laien ist in diesem Moment klar, dass das Pferd seinen Sattel so schnell wie möglich abwerfen und aus der Albert-Vahle-Halle in Aachen rennen würde. Raslan ist verhaltensauffällig — ein sogenanntes „Problempferd“.

Obwohl er nicht mehr ganz jung ist, lässt er sich nicht reiten und springt zur Seite, wenn es ihm zu viel wird. So wie kurz zuvor, als Pferdetrainerin Sandra Schneider versuchte aufzusteigen. „Er sieht den Reiter als Gefahr“, erklärt sie den 200 Gästen ihrer Show, die darauf ausgelegt ist, solche Szenen zu zeigen. Vier solcher Problempferde präsentiert sie an diesem Sonntag. Die meisten im Publikum sind selbst Reiter und wissen, wann es schwierig wird. „Das Verladen ist für jeden eine Herausforderung“, sagen die Aachenerinnen Jana Gaastra und Nora Balzer. Dazu nehmen sie an diesem Tag wertvolle Tipps mit nach Hause. Zum Beispiel, dass es nach Meinung von Sandra Schneider egal ist, von welcher Seite das Pferd auf die Rampe eines Anhängers steigt. Wichtiger sei konsequentes, für das Pferd nachvollziehbares Verhalten, sagt sie.

Wie das aussehen kann, demonstriert sie am nächsten Fall. Auch wenn sich das Pferd vor der Rampe querstellt, lässt sie nicht locker. Im Anhänger angekommen, gibt es nicht nur eine großes Lob, sondern auch ein Küsschen für das Tier. Veranstalter Alexander Freitag sieht darin das Erfolgsrezept der Pferdetrainerin, die auch eine Sendung auf Vox hat. Sie mache das Training „nicht mit dem erhobenen Zeigefinger“ und gebe den Gästen Lösungsansätze zum Weiterüben mit nach Hause.