Aachen: Steigert Paintball das Aggressionspotenzial?

Aachen: Steigert Paintball das Aggressionspotenzial?

Paintball ist für viele Jugendliche und junge Erwachsene eine beliebte Sportart geworden, die jedoch auch Kritiker hat. Sie finden, dass das Kriegsspiel gewaltverherrlichend ist.

Bei einem Anschlag in New York am 1. November tötete ein Attentäter mit einem Kleinlaster acht Passanten und verletzte elf weitere Menschen. Als die Polizei ihn stellte, zückte er eine Paintball-Waffe.

Auch in Deutschland kommt es immer wieder vor, dass Paintball-Waffen zweckentfremdet und mit krimineller Energie eingesetzt werden. Zuletzt verursachte eine solche Waffe am 3. November einen Sachschaden in Höhe von etwa 1000 Euro, als ein Unbekannter auf ein Wohnhaus sowie ein Wohnmobil schoss.

In Deutschland dürfen Waffen, die einem Luftgewehr ähneln, nur von Personen erworben und besessen werden, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Allerdings dürfen diese Waffen nicht ohne Waffenschein in der Öffentlichkeit geführt werden.

„Glücklicherweise ist der Kriminalpolizei im Bereich Aachen kein Fall bekannt, indem eine Straftat mittels einer Paintball-Waffe begangen worden ist“, sagt Sascha Schmidt von der Polizei Aachen. „Außerdem unterscheiden sich diese Waffen deutlich von den scharfen Feuerwaffen“, erklärt er.

Einflüsse von Computerspielen

Abgesehen von der Frage, ob eine Verwechslungsgefahr mit echten Waffen besteht, gibt es die Diskussion, ob Paintball gewaltfördernd oder kriegsverherrlichend ist.

Ute Habel arbeitet an der Aachener Uniklinik in der Abteilung für Psychiatrie und beschäftigt sich mit den Einflüssen von Computerspielen auf das Aggressionspotenzial junger Menschen. „Aggression und Gewalt haben viele Faktoren“, sagt Habel, „und was Paintball betrifft, sind Aggressionen, die dort entstehen, nicht übertragbar auf andere Situationen.“

Thomas Heitmann, Geschäftsführer eines Paintball-Parks, ist der Meinung, dass mit dem Spiel sogar Aggressionen abgebaut werden. Heitmann spielt selbst seit 1990 Paintball und hat sein Hobby 1999 zum Beruf gemacht und einen Park übernommen. Jeden Samstag findet dort ein offener Spieltag für jedermann statt.

„ 50 bis 60 Prozent der Spieler, die dann den Park besuchen, sind Neulinge, die anderen 30 bis 40 Prozent sind erfahrene Spieler, die größtenteils ihre eigene Ausrüstung besitzen“, erzählt Heitmann. Seitdem er den Park betreibt, habe er noch keinen negativen Vorfall erlebt.

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