Region: Sport? Hauptsache, die Likes stimmen

Region: Sport? Hauptsache, die Likes stimmen

Die Fibo ist nicht einfach nur eine Fitnessmesse, sie ist das Highlight des Jahres für die Fitnessszene in Deutschland. Hier treffen große Namen des Sports, Influencer und Verkäufer aufeinander — und treten in Kontakt mit der Basis. Ein ganz persönlicher Eindruck.

Wer sich auf der Fibo umschaut, hat immer mehr den Eindruck, dass es gar nicht mehr wirklich um den Kern der Sache geht: den Sport. Wer macht das beste Selfie? Egal, Hauptsache der Hashtag des Unternehmens wird genannt in den Sozialen Medien. #kostenlosewerbung. Zu gewinnen gibt es dann ein T-Shirt — mit eigenem großen Logo natürlich. Die PR-Maschinerie läuft auf Hochtouren in Köln. So laut, dass die Bässe der Musik auf den einzelnen Ständen schon fast zu überhören sind. Aber nur fast. Denn jeder Verkaufsstand will und muss sich etwas einfallen lassen, um auf die eigenen Produkte aufmerksam zu machen. Laute Musik ist da wohl das Einfallsloseste.

Nicht weniger einfallslos: halbnackte Frauen, die auf den Tresen tanzen. Bodybuilder, oberkörperfrei natürlich, die für Fotoshootings bereitstehen. „Sex sells“ gilt vor allem für die Fibo. Denn Fitness wird hier oft mit Extremen verbunden. Dabei werden auch Grenzen überschritten. Als Besucher stellt man sich dann die Frage: „Ist das denn überhaupt noch gesund?“

Aber das alles scheint anzukommen. Nicht umsonst zog die Messe im vergangenen Jahr mehr als 150 000 Menschen an. Und vielleicht ist deswegen die ganze Show dann doch gut für den Sport.

Übrigens: Was wirklich Innovatives haben wir in diesem Jahr nicht unbedingt gefunden.

(tys)