Aachen: Mit dem Solarauto quer durch Australien

Aachen: Mit dem Solarauto quer durch Australien

Die Studenten vom Team Sonnenwagen haben 2017 Großes vor: Mit einem selbst gebauten Auto wollen sie an einem Rennen durch Australien teilnehmen - und zwar nur mithilfe der Sonne. Denn ihr Wagen ist solarbetrieben.

Studenten wollen mit selbst einem gebauten Solarauto an Rennen quer durch das Outback teilnehmen.

Hendrik Löbberding nimmt mit dem Verein „Team Sonnenwagen“ an einem Rennen durch Australien teil. Foto: Löbberding

Rund 2000 Watt verbraucht ein Föhn. Nicht viel mehr Energie hat das Solarfahrzeug des Studenten-Vereins „Team Sonnenwagen“. Dennoch fährt sein Auto beachtliche 90 Kilometer pro Stunde. Besser gesagt: Es soll eines Tages so schnell fahren — und zwar 2017 bei der „World Solar Challenge“ 3000 Kilometer quer durch Australien.

Hendrik Löbberding gehört zum Verein „Team Sonnenwagen“. Im Sommer 2015 habe der 27-Jährige mit seinen Mitbewohnern Ideen für ein eigenes Projekt gesammelt. „Autobegeistert waren wir alle und auch für Nachhaltigkeit haben wir uns interessiert.“ Durch Zufall sind sie auf die „World Solar Challenge“ gestoßen — ein Autorennen, das die Solar-Energie promotet und große Ansprüche an die Teilnehmer stellt: Von der Pike an muss ein fahrtüchtiges Solarauto entworfen, produziert und getestet werden, bis es an den Start gehen kann.

Löbberding und seine Kommilitonen wussten offenbar, dass sie eine Mammutaufgabe vor sich hatten, und gründeten deshalb einen Verein, der mittlerweile knapp 40 Mitglieder hat. Rund anderthalb Jahre tüfteln sie nun an ihrem Sonnenwagen — mit Unterstützung einiger RWTH-Institute, die einerseits Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, aber auch inhaltlich beratend zur Seite stehen.

Wenn sie 2017 in Australien an den Start gehen, werden zwei Jahre mit ungezählten Stunden Arbeit hinter ihnen liegen. „Das klingt zwar viel, aber wenn man es mit großen Autobauern vergleicht, die Hunderte Ingenieure haben, sind anderthalb Jahre eigentlich nichts“, sagt Löbberding.

Die Schwierigkeit: Sie müssen ihr Fahrzeug nicht nur zum Laufen bringen, sondern es auch effizient machen, um zu gewinnen. Und Effizienz ist ja schon immer so ein Thema bei alternativen Antriebsformen — insbesondere Solarfahrzeuge haben so ihre Tücken, wenn die Sonne nicht mitspielt. „Deshalb haben wir ein kompliziertes Monitoring-System entwickelt“, erklärt Löbberding. Denn während nur eine Person in dem Wagen Platz hat, ist im Hintergrund ein ganzes Team beschäftigt: Sie werten die Wetterdaten aus und geben aufgrund von Berechnungen Tempo-Empfehlungen, damit das Fahrzeug nicht frühzeitig liegenbleibt.

Dazu nutzen sie zum Teil das Knowhow von Huawei, dem Hauptsponsor von „Team Sonnenwagen“. Wie viel Geld das Projekt genau kostet, wollte Löbberding nicht verraten. Es sei eine mittlere sechsstellige Summe. Und wenn man ihm glauben schenkt, ist es gut investiertes Geld: „Wir haben uns schon ein bisschen bei den anderen Teilnehmern umgeschaut, und stehen ganz gut da.“ Bis es allerdings so weit ist, haben sie noch einiges zu tun: Nächste Woche stellen sie zunächst mal ihren Prototypen der Öffentlichkeit und NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze vor.

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