Region: Leere Wohnung, aber dafür ein erfülltes Leben

Region: Leere Wohnung, aber dafür ein erfülltes Leben

Michael Klumb (35) hat den Minimalismus-Stammtisch in Köln gegründet. Wir Hier hat nachgefragt, was einen Minimalisten ausmacht.

Wie bist Du Minimalist geworden?

Michael Klumb: Ich bin eines Tages nach Hause gekommen und habe gemerkt, dass ich mich nicht wohlfühle, weil ich zu viel Zeug habe. Also habe ich angefangen auszumisten, habe Ratgeber und amerikanische Blogs gelesen, denn in den USA kam das Thema Minimalismus gerade auf. Mit meinem Blog wollte ich auch Menschen in Deutschland einen Zugang zum Thema schaffen.

Was denken Menschen, die zum ersten Mal Deine Wohnung betreten?

Michael: Die würden denken, ich wäre gerade erste eingezogen. Es mag manchen Leuten leer vorkommen. Meine Mutter sagt, es sei ungemütlich.

Und was denken Deine Kollegen, wenn Du immer die gleiche Kleidung trägst?

Michael: Ich habe meine Kleidung etwa um die Hälfte reduziert. Morgens muss ich nicht mehr groß überlegen, sondern kann einfach in den Schrank greifen, etwas rausnehmen und anziehen. Man kann wenige Kleidungsstücke so kombinieren, dass daraus viele unterschiedliche Outfits werden. Tatsächlich fällt es den Leuten im Büro gar nicht auf, wenn man immer die gleichen T-Shirts anhat. Allerdings wurde ich bei einem Betriebsausflug mal gefragt, ob ich meinen Koffer vergessen hätte. Für drei Tage hatte ich nur drei T-Shirts, drei paar Socken und drei Unterhosen in meiner Umhängetasche.

Von welchen Gegenständen kannst auch Du Dich nicht trennen?

Michael: Auf meinen Laptop und das Smartphone möchte ich nicht verzichten. Aber ich habe auch persönliche Gegenstände, die mir viel bedeuten, wie der handgeschriebene Brief meines Vaters oder die Uhr meines Großvaters. Auf meinen Fernseher und den Internetanschluss zu Hause könnte ich aber verzichten.

(at)