Klimawandel könnte gefrohrenen Kot am Mount Denali auftauen lassen

Hinterlassenschaften am Mount Denali in Alaska : Der Klimawandel könnte gefrorene Ausscheidungen schmelzen lassen

Was in Alsaka aufgrund des Klimawandels zu Tage gefördert werden könnte, sieht (und riecht) alles andere als rosig aus: Tonnen von menschlichen Exkrementen könnten am Mount Denali in Alaska aufgetaut werden, wenn die Temperaturen steigen, das berichten verschiedene US-Medien. Es sieht übel aus.

Wenn Bergsteiger den höchsten Gipfel Nordamerikas erklimmen wollen, fahren sie zum Mount Denali in Alaska. Da der Berg mit seinen 6190 Metern aufgrund von wechselhaften und extremen Stürmen nicht zu einem freundlichen Spaziergang an die Spitze einlädt, bleiben viele Wanderer längere Zeit in den Camps am Hang, bis sich die Lage beruhigt.

Da eine ausgebaute Kanalisation verständlicherweise schwer zu installieren ist, verbleiben die Hinterlassenschaften konserviert im Schnee oder verschwinden in den Spalten des dortigen Gletschers. Wie das Wissenschaftsmagazin Spektrum berichtet, sammeln sich schätzungsweise 66 Tonnen an Kot rund um die Camps und die wichtigsten Aufstiegsrouten an.

Man nahm fälschlicherweise an, dass die Fäkalien gefrieren und aufgrund der Gletscherbewegung zerrieben und zermahlen werden und sich das Problem quasi auflöst. Nun wandern die Ausscheidungen langsam und haltbar mit ins Tal und tauen in Matschkonsistenz wieder auf. Abgesehen von der Geruchsbelästigung ein Problem! Es gefährlich werden: Der Kot enthält Bakterien und so könnten beispielsweise konservierte E. coli-Bakterien aktiv werden. Eventuell schon in diesem Jahr könnten die Verdauungsreste aus Camps, die nicht ganz so hoch gelagert sind, schmelzen und die eigentlich sauberen Bäche und Flüsse verunreinigen.

Was sich also vergleichsweise listig anhört, hat also ernste Folgen. Immerhin dürfen seit dem vergangenen Jahr kein Müll und keine Fäkalien mehr am Hang zurückbleiben. Ein Anfang ist also gemacht.

(red)
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