Düren: Anders als das Klischee: Weniger heben, mehr rechnen

Düren: Anders als das Klischee: Weniger heben, mehr rechnen

Der Obermeister der Tischler-Innung Düren-Jülich, Hermann-Josef Schwieren, kann sich nicht über mangelnden Nachwuchs in seiner Branche beklagen. Was der Tischlerzunft aber fehlt, sind weibliche Lehrlinge.

WirHier: Wie läuft es zur Zeit für die Tischler in der Region?

Schwieren:Möbel sind generell sehr gefragt. Viele Leute zeigen Interesse, sind dann aber nicht bereit, im Handwerksbetrieb den entsprechenden Preis zu zahlen. Wir haben im Handwerk aber einfach keine Kaufhausmentalität. Die Kunden, die dennoch einen Tischler beauftragen, können aber wertschätzen, was sie da bekommen.

WirHier: Haben Sie Probleme, Nachwuchs zu finden?

Schwieren: Nein, zur Zeit noch nicht. Die Berufsschulklassen sind mit 20 bis 30 Schülern noch gut gefüllt. Allerdings haben wir haben pro Jahrgang nur ein bis zwei weibliche Lehrlinge. Die Innung versucht daher vermehrt, auch junge Leute zu werben, die sich für den Beruf des Architekten oder Innenarchitekten interessieren.

Wir Hier: Hat das auch damit zu tun, dass die Abeit körperlich belastend ist?

Schwieren: Das Klischee, dass der Tischlerberuf mit schwerer körperlicher Arbeit verbunden ist, stimmt nicht mehr. Man achtet inzwischen in den Betrieben darauf, die Mitarbeiter nicht zu verschleißen. Hilfsgeräte wie Vakuumsauger oder Hebetische sorgen dafür, dass man selbst nicht mehr unnötig schwer heben muss.

WirHier: Wieviel Theorie steckt im Tischlerberuf?

Schwieren: Recht viel, vor allem in Mathematik sollte man das nötige Rüstzeug mitbringen, da wir viel am Computer konstruieren. Was ich aber feststelle, ist, dass vielen Azubis leider das richtige Auftreten fehlt. Freundlichkeit ist in diesem Beruf aber wichtig, da wir nahezu täglich mit Kunden in Kontakt stehen. kt

(kt)
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