Aachen: Wilhelm Helg will für die FDP auf den OB-Sessel

Aachen: Wilhelm Helg will für die FDP auf den OB-Sessel

Nach CDU, SPD und den Grünen hat nun auch die FDP ihre Kandidaten für die Kommunalwahl am 25. Mai ins Rennen gebracht. Es war wohl dem schönen Wetter geschuldet, dass sich im Konferenzzimmer auf Schloss Schönau im Stadtteil Richterich nur 29 Delegierte einfanden.

Hierhin hatte der Kreisverband zur Kreiswahlversammlung eingeladen. Große Überraschungen in der Aufstellung der Kandidaten gab es nicht, außer vielleicht die, dass Ruth Crumbach-Trommler, „das kulturpolitische Gesicht der FDP in Aachen“, nicht mehr auf den vorderen Listenplätzen für den Aachener Stadtrat kandidiert.

Zum Oberbürgermeisterkandidaten kürte die Partei den im Vorfeld hoch gehandelten Vorsitzenden der FDP-Ratsfraktion, Wilhelm Helg. Der erinnerte in seiner Rede an den 10. März 2013, einen „historischen Tag für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Aachen und ein großer Tag für die FDP“. An diesem Tag hatten die Aachener nämlich mit 66,34 Prozent Nein-Stimmen das Projekt Campusbahn abgewatscht, das mit Ausnahme der FDP-Fraktion von allen anderen Ratsfraktionen der Stadt unterstützt wurde.

Auf das Nein zu diesem 240-Millionen teuren Projekt sei Helg immer noch stolz. Mit Fug und Recht könne sich die FDP als einziger politischer Sieger in dieser wichtigsten in der zu Ende gehenden Wahlperiode getroffenen Entscheidung bezeichnen. Und damit wies er in Richtung auf die bevorstehende Wahl und die aktuellen Probleme der Stadt.

Scharf kritisierte er das „Weiter-so“-Wahlprogramm der Grünen, die die Stadt in den vergangenen 20 Jahren abwechselnd mit der SPD und der CDU regiert und dabei stetig in eine Abwärtsspirale geleitet habe. „Investoren machen nach wie vor einen großen Bogen um Aachen, vor allem, wenn es um Gewerbeansiedlungen geht, das Image der Stadt hat nachhaltig gelitten und die Innenstadt ist mit motorisierten Verkehrsmitteln nicht mehr erreichbar!“

Die Belebung der Aachener Innenstadt, besonders im Hinblick auf das neue Einkaufs-Zentrum „Aquis Plaza“ am Kaiserplatz, sei eine der größten Herausforderungen für die Zukunft. Umso größer sein Unverständnis für die Ablehnung des Angebots der Initiative Aachen, in einer „Aachen AG“ Politik, Einzelhandel und private Investoren an einen Tisch zu bringen: „Wie verbohrt und hochmütig kann man in dieser Stadt eigentlich noch sein oder werden?“ fragte er in Richtung von CDU, SPD und Grüne.

Die Politik insbesondere der CDU im Punkt Gewerbesteuererhöhung beschrieb er als unehrlich, überhaupt warf er den beiden großen Fraktionen vor, „wie die Lemminge“ hinter den Grünen hinterher zu laufen. Mit Blick auf die bevorstehende Kommunalwahl ist Helg sich sicher: „Wir werden gebraucht! Gebraucht um Schlimmeres zu verhindern.“

Die Partei wolle, so Helg, ohne Koalitionsaussage in den Wahlkampf gehen, er wolle aber nicht verhehlen, dass eine bürgerliche Mehrheit aus CDU und FDP möglich wäre, „wenn die CDU dies denn auch will“. Dazu müsse die FDP allerdings stärker werden, um liberale Politik durchsetzen zu können.

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