Kreis Heinsberg: Wie sieht die soziale Betreuung älterer Menschen aus?

Kreis Heinsberg: Wie sieht die soziale Betreuung älterer Menschen aus?

Wie sieht die soziale Betreuung älterer Menschen aus, die noch im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung leben? Wie sind die Versorgungsstrukturen vor Ort? Sind sie generationengerecht?

Entspricht das Angebot den Erwartungen der Generation 35plus? Gibt es Hilfe- und Beratungsangebote vor Ort? Solche und ähnliche Fragen stehen im Mittelpunkt einer Befragung zur „Qualitativen Betrachtung des Pflegemarktes” im Rahmen der kommunalen Pflegeplanung.

Die Arbeitsgruppe „Älter werden im Kreis Heinsberg”, in der Kommunen, Anbieter professioneller Pflege sowie Senioreninitiativen vertreten sind, hat dazu Fragebögen der Bertelsmann-Stiftung unter Berücksichtigung der Belange der kreisangehörigen Kommunen unter Mitarbeit der RWTH Aachen weiterentwickelt.

Während in den drei Gemeinden Gangelt, Selfkant und Waldfeucht sowie in der Stadt Erkelenz bereits Befragungen erfolgt sind, folgen in den Städten Heinsberg, Geilenkirchen, Hückelhoven, Übach-Palenberg, Wassenberg und Wegberg vom 15. Mai bis 15. Juni ebenfalls Befragungen repräsentativ ausgewählter Bürger der Altersgruppen der über 35-Jährigen, der über 50-Jährigen und der über 65-Jährigen.

Ziel der Befragung ist es, die Voraussetzungen zur sozialen Betreuung der älteren Menschen sowie die Versorgungsstrukturen, von denen diese Menschen abhängig sind, eingehend zu analysieren. Aber auch die Lebensumstände der jungen Generation soll untersucht werden.

Mit daraus gewonnen Erkenntnissen soll der Boden bereitet werden für ein selbstständiges Wohnen in generationengerechten Quartieren in den Orts- und Stadtteilen mit gesicherter Lebensqualität im Alter, insbesondere auch im Hinblick auf pflege- und hilfebedürftige Menschen.

Zur Gestaltung dieser Lebens- und Wohnverhältnisse sollen die Betroffenen im Rahmen der repräsentativen Befragung durch die einzelnen Kommunen zu Wort kommen. Die einzelnen Kommunen werden die Bürger über die Befragung informieren und bitten teilzunehmen.

Der Kreis Heinsberg, zuständig für die kommunale Pflegeplanung des Kreises, bittet die Bürger ebenfalls um aktive und rege Teilnahme an der Befragung. Sozialdezernentin Liesel Machat erklärte: „Sie haben dadurch die Gelegenheit, an der Gestaltung der Zukunft in den jeweiligen Orts- und Stadtteilen mitzuwirken.”

Die Fragebögen sollen unmittelbar und portofrei an die RWTH Aachen zurückgesandt werden. Die Auswertung erfolgt dort. Die Anonymität der Befragten ist gewährleistet. Die Ergebnisse aus den drei Westgemeinden sowie der Stadt Erkelenz sollen zusammen mit den Ergebnissen aus den übrigen sechs Städten ein detailliertes kreisweites Bild ergeben.

Je höher die Beteiligung und die Rückläufe, umso aussagekräftiger sind die Ergebnisse und die daraus zu formulierenden Handlungsempfehlungen und -aufträge für die jeweilige Kommune.

Nach der Auswertung durch das Geographische Institut der RWTH Aachen werden für jede Kommune möglichst stadtteil- und ortsteilbezogene Handlungsempfehlungen erarbeitet. Mit der Befragung erwarten Pflegekonferenz, Kreistag, Kreisverwaltung, die Stadt- und Gemeinderäte sowie Kommunalverwaltungen aussagekräftige Ergebnisse unter anderem in Bezug auf barrierefreien Wohnraum, ärztliche Versorgung, Einkaufsmöglichkeiten, Kulturveranstaltungen sowie Hilfe- und Beratungsangebote.

Liesel Machat: „Vordringlich geht es darum, Anregungen zu sammeln, was derzeit unter Berücksichtigung des demographischen Wandels infrastrukturell verändert und welche wünschenswerten Versorgungsstrukturen für die älter werdenden Menschen in den Stadt- und Ortsteilen entwickelt werden sollen.”

Letztlich werden - davon sind jedenfalls die Verantwortlichen der Befragung überzeugt - von diesen Maßnahmen alle profitieren, ganz gleich welcher Generation sie angehören.

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