Kreis Heinsberg: Wettbewerb der guten Ideen zur Integration: Zehn Sieger unterstützt

Kreis Heinsberg: Wettbewerb der guten Ideen zur Integration: Zehn Sieger unterstützt

Der Wettbewerb der guten Ideen zur Flüchtlingsintegration — ausgeschrieben vom Rotary-Club Heinsberg — ist beendet. Die Jury hat unter dem Vorsitz von Rotary-Club-Präsident Jürgen Wirtz aus den eingereichten 24 Beiträgen zehn Siegerprojekte ermittelt.

Insgesamt 20.000 Euro waren ausgelobt worden und werden verteilt. Die Preisverleihung ist bei einem Rotary-Club-Meeting im kommenden Monat geplant.

Über 4000 Euro darf sich der Verein Asyl in Wegberg freuen. Im Ortsteil Arsbeck/Nordstraße wohnen etwa 280 Flüchtlinge in einer ehemaligen amerikanischen Kaserne. Diese wurde damals aus sicherheitstechnischen Gründen weitab von jeglicher öffentlicher Infrastruktur errichtet; zwei Kilometer auf einer unbeleuchteten Straße durch Feld und Gebüsch bis zur nächsten Bushaltestelle. Es soll ein Van oder Kombi angeschafft werden, um mit ehrenamtlichen Fahrern den Flüchtlingen die Teilnahme an Vereinsangeboten und gesellschaftlichen Veranstaltungen zu ermöglichen. Für die Betriebskosten des Fahrzeugs stehen Sponsoren zur Verfügung.

3500 Euro sind für das Ladencafé International in Wassenberg bestimmt. Das Ladencafé International in Wassenberg ist ein Begegnungscafé mit angeschlossenem „Laden“ (Kleiderkammer), in dem Flüchtlinge und Wassenberger Bürger gebrauchte Kleidung (für ein Euro) kaufen können. Mit dem Preisgeld soll eine „Nähwerkstatt“ (Änderungsschneiderei) gespendete Kleidung modisch aufwerten („aus alt mach neu“) sowie Nähkurse anbieten: Fachkundige Flüchtlinge (Schneider) führen für Flüchtlinge und Wassenberger Bürger Nähkurse durch.

3000 Euro fließen an Zille in ­Geilenkirchen. Neben der langjährig bereits praktizierten Jugendarbeit hat Zille nun auch ein ehrenamtliches Team (sieben Ehrenamtler) aufgebaut, das sich um Flüchtlinge kümmert. 30 jugendliche Flüchtlinge im Alter zwischen 14 und 27 Jahren, die ohnehin schon unterrichtet werden, sollen in die anderen Jugendangebote von Zille einbezogen werden, sodass sie insbesondere auch Kontakt zu deutschen Jugendlichen haben können. Regelmäßiges gemeinsames Kochen und Essen nach dem Sprachunterricht soll diese Begegnung ermöglichen und verstetigen.

2000 Euro werden ausgeschüttet an den Verein Willkommen in Erkelenz — die Lobby für Flüchtlinge. Es soll organisiert werden, dass Gastfamilien in Erkelenz jugendliche Flüchtlinge in die Familie einladen, um sich gegenseitig kennenzulernen. Die Jugendlichen sollen den deutschen Alltag und das Leben in einer deutschen Familie kennenlernen, das Leben wird geteilt (reden, gemeinsam kochen, andere gemeinsame Unternehmungen der Freizeitgestaltung), so können sich Freundschaften entwickeln. Das Projekt fördert das gegenseitige Verständnis, das Zusammenleben und auch die Integration.

2000 Euro sind reserviert für die Gesamtschule Gangelt-Selfkant. Die Schule plant eine Internationale Vorbereitungsklasse. Die Lehrerschaft will darüber hinaus einen Beitrag zur Integration dieser Jugendlichen leisten und über die Musik Berührungsängste abbauen, Gemeinschaftsgefühl erzeugen und durch das Verfolgen eines gemeinsamen Zieles (öffentliche Musik-Aufführung, zum Beispiel eines Musicals) die Zusammengehörigkeit stärken. Die Flüchtlinge werden beschäftigt, bekommen eine Aufgabe, lernen, sich positiv vor Publikum zu präsentieren, gemeinsames Musizieren und Songtexte anpassen verbinden.

1500 Euro gehen an den Offenen Arbeitskreis Asyl Selfkant. Befragungen zeigen, dass ehrenamtliche Helfer oft überlastet sind, während sich die Flüchtlinge vielfach unterfordert fühlen. Fünf Studentinnen der Fachhochschule HAN in Nimwegen wollen nun für den Arbeitskreis Asyl Selfkant ein Konzept entwickeln, bei dem Flüchtlinge selbst zu ehrenamtlichen Helfern werden. Die Umsetzung soll durch den gezielten Aufbau einer Kommunikations- und ­Koordinationsplattform zur Abstimmung von Terminen, Vorhaben und Aufgaben unterstützt werden.

1000 Euro gibt es für die Flüchtlingspaten Hückelhoven. Das Fahrrad ist eine realistische Möglichkeit, Flüchtlingen ein Mindestmaß an Mobilität zu ermöglichen. Die Flüchtlingspaten Hückelhoven haben unter anderem die Erfahrung gemacht, dass Flüchtlinge weder mit dem Fahrradfahren noch mit den deutschen Verkehrsregeln vertraut sind. Durch theoretische und praktische Verkehrserziehung sollen Flüchtlinge in die Lage versetzt werden, sich mit dem Fahrrad sicher im öffentlichen Verkehrsraum zu bewegen.

1000 Euro werden an den Ort der Begegnung in Geilenkirchen-Lindern gegeben. In Lindern (1200 Einwohner) leben derzeit 42, zukünftig circa 80 Flüchtlinge. Mit dem Ort der Begegnung wurde in ehrenamtlicher Arbeit ein Ort geschaffen, wo Menschen aus verschiedenen Nationen die Möglichkeit haben, sich kennenzulernen, sich auszutauschen, sich zu verstehen und zu akzeptieren. Gemeinsame Aktivitäten (Deutschkurse für Mütter und Kinder, Männerturngruppe, Jugendgruppe, Fußballtraining) werden von den Flüchtlingen bereits angenommen. Das Preisgeld soll dazu dienen, diese Aktivitäten zu verstetigen (gemeinsame Veranstaltungen, Exkursionen, Lebensmittel für Kochkurse, Materialien für den Deutschunterricht)

1000 Euro erhält das Flüchtlingsnetzwerk Wassenberg. Durch die Anlage eines Gartens soll den Flüchtlingen eine gute Freizeitperspektive gegeben werden. Durch gemeinsame Arbeit mit den Dorfbewohnern, die sich engagieren, wird ein erhöhter Integrations­effekt erzeugt, Angenehmes mit Nützlichem verbunden und das Selbstwertgefühl gesteigert. Das Preisgeld dient der Anschaffung von Gartengeräten und Saatgut, eventuell einer Sitzgruppe.

1000 Euro sind vorgesehen für die Evangelische Kirchengemeinde Gerderath. Flüchtlinge aus der Turnhalle in Gerderath nutzen bereits die Angebote des Jugendtreffs der Kirchengemeinde Gerderath (Disco, Kegeln, Billard, Tischtennis). Um das Miteinander weiter zu fördern, sollen weitere Angebote geschaffen werden: internationales Kochen, Turniere, Exkursionen in die Umgebung (Bolzplatz, Eisdiele, Minigolfplatz).