Kreis Heinsberg: Wettbewerb „AC²“: „Teilnahme hat uns sehr nach vorne gebracht“

Kreis Heinsberg: Wettbewerb „AC²“: „Teilnahme hat uns sehr nach vorne gebracht“

Als Gründer-, Wachstums- und Innovationsplattform der Gründerregion ­Aachen hat AC² einen hohen Stellenwert. In der Auftaktveranstaltung für den Kreis Heinsberg mit dem Regio-Desk-Leiter unserer Zeitung, Thorsten Pracht, als Moderator des Abends fiel nun in Übach-Palenberg der Startschuss zur elften Auflage dieser Businessplan-Wettbewerbe.

In den Räumen des renommierten Maschinenbauunternehmens Neuman & Esser, im Jahr 1830 gegründet, spürten die rund 60 Gäste nicht nur, dass in dieser Firma Innovation Tradition hat, sondern vielmehr machten sie auch Ideen und Wünschen für Gründen und Wachstum Luft. Denn AC² vereint eben zwei starke Ziele unter einem Dach: So richtet sich der Gründungswettbewerb gezielt an Unternehmen, die maximal erst ein Jahr am Markt sind, während für länger bestehende Unternehmen vor allem die Wachstumsinitiative gedacht ist.

Rund 60 Gäste erschienen zur Auftaktveranstaltung von AC2 in den Räumen des Übach-Palenberger Traditionsunternehmens Neuman & Esser. Foto: Markus Bienwald

Wie wichtig Kooperation sein kann, zeigte das Beispiel von Guido Randerath. Der Chef der Elektrotechnik-Unternehmens ­Elteba aus Heinsberg hat vor drei Jahren mit der Wachstumsinitiative von AC² den Grundstein für noch mehr Erfolg gelegt. „Die Teilnahme hat uns sehr nach vorne gebracht“, so Randerath. Es gebe Punkte, „wo man auch ein bestehendes Unternehmen immer wieder neu gründen muss.“ Den Erfolg der Zusammenarbeit mit der Gründerregion machte er auch daran fest, dass ein Berater aus dieser Zeit heute noch im Aufsichtsrat des Betriebes sitze.

Bis er dort angekommen ist, hat Ralf Knoben noch einen langen Weg vor sich. Der 44-Jährige aus Heinsberg hat gerade seinen Traum wahr gemacht und mit „Hätzbloot“ sein eigenes Tattoo­studio eröffnet. „Nun erwartet man nicht gerade in einem Ort wie Kirchhoven ein Tattoostudio“, kommentierte Moderator Thorsten Pracht den Schritt. Dass der Standort für ihn und sein Angebot aber genau das Richtige gewesen sei, bestätigte der nun ehemalige Objektleiter in führender Position auf Nachfrage aber gerne.

„Ich bin nicht branchenfremd“, erwiderte Knoben, auch führte er ins Feld, das frühere Schmuddelimage des Tätowierens sei längst abgelegt. „Die Tätowierung ist in der Gesellschaft angekommen“, ist er überzeugt. Totenköpfe an der Wand oder Rocker im Vorraum seien Klischees, die bei ihm nicht stattfänden. „Dennoch hat mir der Leitfaden die Augen geöffnet“, lobte er die kompetente Begleitung durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft. So habe er schnell erkannt, wo er die Maschine aus der Hand legen müsse, aber auch, wo er gezielt arbeiten könne. „Mit den Papieren in der Hand ist es einfacher zu sehen, wo die geschäftliche Reise hingeht“, so Knoben.

Jemanden, der ihr im geschäftlichen Sinn den Spiegel vorhält, hat Stefanie Peters nicht unbedingt. Dennoch baut auch die gemeinsam mit ihrem Bruder Alexander agierende geschäftsführende Gesellschafterin des Gastgebers Neuman & Esser auf die Zusammenarbeit mit vielen Geschäftsführern im Unternehmen. Nur dann sei es möglich, beispielsweise ihr Credo von der steten Marktbeobachtung umzusetzen. „Es hört eigentlich nie auf“, sagte sie zum unternehmerischen Handeln, „aber das Schöne daran ist, dass man das Unternehmen immer weiter entwickeln kann.“ Neuman & Esser als weltweit 900 Mitarbeiter zählendes Unternehmen sei dafür eine Art Vorzeigeprojekt, fand auch Landrat Stephan Pusch.

Sehr sinnvolle Starthilfe

Die Initiative AC² lobte Stefanie Peters als sehr sinnvolle Starthilfe, während Guido Randerath hervorhob, dass die in diesem Gremium tätigen Experten aufzeigen könnten, was in einem Unternehmen auch außerhalb des Tagesgeschäftes noch möglich sei. Und Gründer Ralf Knoben konnte sich eine Analogie zum regnerischen Herbst nicht verkneifen: „AC² ist eine gute Sache, weil es einen trotz des schlechten Wetters nicht im Regen stehen lässt.“

(mabie)