Kreis Heinsberg: Werden am Ende aus drei Berufskollegs zwei?

Kreis Heinsberg: Werden am Ende aus drei Berufskollegs zwei?

Mittel- bis längerfristig ist im Kreis Heinsberg angesichts sinkender Schülerzahlen die Fusion der beiden Geilenkirchener Berufskollegs Ernährung — Sozialwesen — Technik und Wirtschaft vorgesehen. Dies ist dem Schulentwicklungsplan für die Berufskollegs im Kreis Heinsberg zu entnehmen, der jetzt im Schulausschuss des Kreises vorgestellt wurde.

Demnach würden am Ende aus drei Berufskollegs im Kreis Heinsberg zwei; jeweils eins in Geilenkirchen und Erkelenz. Die Projektgruppe Bildung und Region (Bonn) hat in ihrem 100 Seiten umfassenden Gutachten festgestellt, dass die Schülerzahl an den drei Berufskollegs im Kreis Heinsberg sich vom Schuljahr 2006/07 bis zum Schuljahr 2012/13 „nur wenig“ um rund vier Prozent von insgesamt 6532 auf 6271 verringert habe. Doch für die nächsten Jahre prognostizierte sie drastische Rückgänge: auf 5423 im Schuljahr 2017/18 und sogar auf 4067 im Schuljahr 2023/24. Damit läge dann die Schülerzahl um rund ein Drittel unter dem aktuellen Stand.

Das Berufskolleg Wirtschaft in Geilenkirchen gehöre mit dem Nelly-Pütz-Berufskolleg in Düren und dem Berufskolleg Herzogenrath in der Städteregion Aachen zu den kleineren Berufskollegs in der Region, deren Perspektiven vor dem Hintergrund der zukünftigen demografischen Entwicklung als „grenzwertig“ betrachtet werden müssten. Zu diesem Schluss kommt die Bonner Projektgruppe, die aktuell auch für die Städteregion Aachen und den Kreis Düren solche Pläne für die Berufskollegs erstellt. Danach soll ein regionaler Abstimmungsprozess erfolgen.

Zentrum für Bau in Geilenkirchen?

Erreicht werden soll letztlich ein regional abgestimmtes Bildungsangebot. Dazu soll die regionale Konzentration von Bildungsgängen gehören. Der Kreis Heinsberg — so hat es jedenfalls der Gutachter formuliert — strebt dabei an, die Bildungsgänge des Bauhaupt- und Baunebengewerbes am Standort Geilenkirchen zu beschulen. „In diesem regionalen Kompetenzzentrum Bau könnten die Bauberufe aus der gesamten Region zu einem tragfähigen Angebots- und Kompetenzspektrum zusammengefasst werden, wozu auch der Ausbildungsgang Dachdecker gehören sollte.“

Kreisintern würden dann auch die Anlagenmechaniker im Bereich Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik von Erkelenz zu diesem Zentrum für Bau in Geilenkirchen wechseln, während die Metallbauer von Geilenkirchen nach Erkelenz umziehen würden. Andererseits schlage der Kreis Heinsberg vor, den Ausbildungsgang Mechatroniker für die gesamte Region in Aachen zu konzentrieren, ihn also von Geilenkirchen nach ­Aachen zu verlagern.

Mit der Forderung, den Baubereich in Geilenkirchen zu etablieren, werde sich der Kreis Heinsberg „nicht zum Freund der Nachbarn“ machen, räumte Hubertus Schober von der Projektgruppe Bildung und Region ein. Jeder mache jetzt seinen Aufschlag, aber klar sei: Die regionale Abstimmung, ob sie schnell oder langwierig zu erreichen sei, „muss sein“.

Kreisintern ist von einer Optimierung der Bildungsangebote an den beiden Standorten in Geilenkirchen und Erkelenz die Rede — mit der Konzentration einzelner Bildungsgänge an einem Standort. So könnten beispielsweise die ­Büroberufe am Standort Erkelenz zusammengefasst werden und die Beschulung für Industriekaufleute am Standort Geilenkirchen erfolgen. Das Wirtschaftsgymnasium würde es demnach nur noch an ­einem Standort — vermutlich in Geilenkirchen — geben.

(disch)