Nach Razzia: Was wollte ein Aldenhovener Soldat mit Waffen, Strontium und Gift?

Nach Razzia : Was wollte ein Aldenhovener Soldat mit Waffen, Strontium und Gift?

Mitte Oktober wurde die Wohnung eines Hauptmanns im Kreis Düren durchsucht. Nach und nach kommen immer neue Details ans Licht – doch die wichtigste Frage bleibt bislang unbeantwortet.

Der Bundeswehroffizier aus Aldenhoven, der in seiner Wohnung Waffen und radioaktiven Stoffe gelagert hatte, soll dort auch Zyankali gelagert haben. Das meldet „Spiegel online“ ohne Angabe von Quellen. Nach Informationen des Portals soll er die hochgiftige Substanz selbst hergestellt haben.

Am 13. Oktober hatte auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Frankfurt eine Razzia in Hauptmann C.s Wohnung in Aldenhoven stattgefunden. Dabei sollen die Ermittler auf eine regelrechte Waffenkammer gestoßen sein, in der sich neben entschärften Granaten und Munition auch Kalaschnikows, Panzerabwehr- und Flugabwehrwaffen befunden haben sollen.

Außerdem seien die Polizeibeamten auf radioaktives Strontium-90, Thorium und Americum gestoßen. Und mittlerweile soll laut „Spiegel online“ eine weitere sichergestellte Substanz untersucht und als Zyankali identifiziert worden sein. Für den Menschen kann das Gift tödlich sein. Gegen den 32 Jahre alten Hauptmann, der in Untersuchungshaft sitzt, wird unter anderem wegen unerlaubten Umgangs mit radioaktiven Stoffen und unerlaubten Waffenbesitzes ermittelt.

Bei der Razzia Mitte Oktober wurde zudem Dossiers über die Lage in Nordkorea gefunden, die vom Bundesnachrichtendienst stammen. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass der Mann „umfangreiche Literatur mit kommunistischem Inhalt“ in seinem Haus gelagert hatte.

Laut „Spiegel online“ rätseln die Ermittler nach wie vor, was der Offizier mit den radioaktiven Stoffen anfangen wollte und wozu er das Zyankali brauchte. Der 32-Jährige war im Einsatzführungskommando der Bundeswehr tätig, das Auslandeinsätze durchführt, zudem soll er einem Bundeswehr-Zentrum angehört haben, das für die Analyse selbstgebauter Sprengsätze und deren Abwehr zuständig ist. Hinweise auf einen extremistischen Hintergrund des Verdächtigen gab es bislang nicht.

Auch direkte Nachbarn konnten sich nicht an Auffälligkeiten erinnern. Der 32-jährige Soldat sei so gut wie nie zu sehen gewesen. Ob er in einer Partnerschaft ist – auch darauf kann oder wollte vor ein paar Wochen selbst im Umkreis von 30 Metern niemand etwas sagen. „Von dem hören und sehen Sie nichts“, sagte ein Nachbar auf Nachfrage.

Auslöser für die Ermittlungen gegen den Mann war ein auffälliges Päckchen, das er bereits Ende Juni in die USA verschickt haben soll. Das Paket, das einen Schalldämpfer für Weltkriegswaffen enthalten haben soll, war am Frankfurter Flughafen kontrolliert und geöffnet worden. Dem Militärischen Abschirmdienst (MAD), also dem Nachrichtendienst der Bundeswehr, war der Soldat bis dahin nicht aufgefallen.

(red)