Erkelenz: Vorwurf der „Raserei” zurückgewiesen

Erkelenz: Vorwurf der „Raserei” zurückgewiesen

Anwohner sprechen von einer „unnützen Raserei” auf der Neusser Straße zwischen Wasserturm und Autobahn. Der Autoverkehr habe massiv zugenommen, im gleichen Maße sei die Belästigung durch Raser gestiegen.

„Seit zehn Jahren kämpfen die Bewohner gegen diese Belästigung”, heißt es in einem Schreiben an die Redaktion. Ab 6 Uhr morgens bis 22 Uhr abends würde mit überhöhter Geschwindigkeit auf der Straße gerast. 50 Prozent der Autofahrer würden nicht wissen, wie schnell sie auf der Straße fahren dürfen, da jeder Hinweis fehle. Die Stadt Erkelenz, das Ordnungsamt und die Polizei sähen tatenlos zu, so der Vorwurf.

Die Kreispolizeibehörde in Heinsberg sieht keinen Anlass, an der Neusser Straße einzuschreiten. „Es ist kein auffälliger Gefahrenpunkt. Wir haben dort auch keine Zunahme von Unfällen oder sonstigen Gefährdungen erkannt”, meint Karl-Heinz Frenken, Pressesprecher der Polizei.

Für den Technischen Beigeordneten der Stadt Erkelenz, Ansgar Lurweg, ist es durchaus verständlich, dass der Verkehr in den letzten Jahren auf der Neusser Straße zugenommen hat: „Die Straße ist nicht nur eine Einfallstraße aus Richtung Osten in die Stadt und zum Bahnhof, sondern zusätzlich die Hauptzufahrt zur erweiterten Park-and-Ride-Anlage und auch zur neuen Disko.” Von gravierenden Ereignissen ist ihm nichts bekannt.

Der für das Ordnungsamt zuständige Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen weist darauf hin, dass eine derartige Beschwerde vor einem Jahr schon einmal Thema in der Verwaltung war. „Wir haben mit Anliegern darüber gesprochen im Rahmen des Baus der Diskothek.” Es seien daraufhin auch wegen der geäußerten Bedenken Maßnahmen ergriffen worden. So habe die Stadtverwaltung Geschwindigkeitsmessungen an der Neusser Straße vorgenommen. Zu jener Zeit habe es „keine bedenklichen Überschreitungen” der zulässigen Höchstgeschwindigkeit gegeben. Durchschnittlich habe die Geschwindigkeit stadtauswärts bei 40 Stundenkilometer und stadteinwärts bei 30 gelegen.

Es lägen keine Anzeichen vor, dass sich innerhalb eines Jahres die Situation gravierend verändert habe.

Hinweisschilder zur zulässigen Höchstgeschwindigkeit seien nicht erforderlich. „Jeder Autofahrer weiß, dass er er sich in einer geschlossenen Ortschaft befindet, in der maximal Tempo 50 erlaubt ist.”

Und damit ist wieder die Polizei am Zuge: Sie ist für die Kontrolle des fließenden Verkehrs zuständig.