Düren: Vor lauter Schwaderei 11.11 Uhr verpasst

Düren : Vor lauter Schwaderei 11.11 Uhr verpasst

Wer Peter Körner schon einmal erlebt hat, hätte es ahnen müssen. Einmal in Fahrt gekommen, ist der neue Festkomitee-Präsident nur schwer zu bremsen und noch schwerer vom Mikrophon zu trennen.

Und prompt passierte es denn auch: „Jetz´ han ich doch vor lauter Schwaderei 11.11 Uhr verpasst”, musste der neue Chef der Dürener Narren beim Comeback der Sessionseröffnung am Elften im Elften mit einem Grinsen im Gesicht einräumen.

Kein Countdown, der lautstark von den Jecken auf dem Wirteltorplatz hätte gen Null gezählt werden können, kein Tusch von der Band auf der Bühne, der die „fünfte Jahreszeit” hätte einläuten können: Als Obernarr Körner nach einem Blick auf die Uhr endlich das erste „Düren Alaaf” anstimmte, war die neue Session schon einige Minuten alt.

Doch das hinderte den neuen Festkomitee-Chef nicht daran, mit seinen Stellvertretern Liesel Melcher-Pohl und Bernd Schmitz, dem stellvertretenden Bürgermeister Hubert Cremer und dem alten Prinzenpaar Rolf II. und Petra I. lautstark den Muuzepuckel zu vertreiben.

„Griesgram wollen wir bis Aschermittwoch nicht mehr sehen”, rief Rolf Weber den rund 500 Jecken zu, schnappte sich Körners Mikrophon und brachte Jung und Alt mit einem Potpourri in Stimmung.

Dass Rolf und Petra Weber auf der Bühne vor den Jecken standen und nicht das designierte Dürener Prinzenpaar der Session 2009/2010, lag daran, dass Peter Schmitz mit Fieber das Bett hüten und von seiner Frau Agnes gepflegt werden musste, um die Inthronisation am morgigen Freitag im Haus der Stadt nicht zu gefährden.

Als Körner am Dienstagabend die Absage der neuen Tollitäten ereilte, brauchte er die alten nicht lange zu überreden, schließlich ist Weber ein Jeck durch und durch, steht seit mehr als drei Jahrzehnten als Sänger auf der Bühne, auf der auch der neue Dürener Kinderprinz Jannik I. seine ersten, noch ein wenig schüchternen Gehversuche machen durfte, ehe die „Rurwürmer” mit viel Schwung den musikalischen Reigen der Dürener Bands eröffneten.

„Mit so vielen Jecken hätte ich bei der Premiere gar nicht gerechnet”, hatte Peter Körner seinen kleinen Fauxpas schnell abgehakt und freute sich über die „gelungene Rückkehr” auf den traditionellen Sessionsstart.

„Das ist der richtige Weg, auch wenn er noch ausbaufähig ist”, pflichtete ihm Regionalverbandspräsident Rolf-Peter Hohn bei, der als Brauchtumsverfechter den Dürener Frühstart in den letzten Jahren trotz der Resonanz mit gemischten Gefühlen begleitet hatte.