Berlin: Vor 30 Jahren: Die Kohl-Panne zum Neujahrstag

Berlin : Vor 30 Jahren: Die Kohl-Panne zum Neujahrstag

Fast sieben Millionen Menschen sahen am Silvesterabend 1986 nach der „Tagesschau” um 20 Uhr, wie der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) am Ende seiner Neujahrsansprache alles Gute für das eigentlich beendete Jahr wünschte - und nicht für das Jahr 1987.

Die ARD hatte erneut die Ansprache vom Vorjahr gesendet statt der aktuellen Rede. Der damalige Regierungssprecher Friedhelm Ost sah in dem Vorgang eine „Beleidigung für die Zuschauer”.

Kohls Ansprache für das Jahr 1987 war ein paar Tage vor dem Silvestertag in Bonn produziert worden. Doch während das ZDF am 31. Dezember 1986 nach seinen „heute”-Nachrichten um 19 Uhr die richtige Neujahrsansprache sendete, kam es beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) in Hamburg zu der Panne. Der damalige NDR-Programmdirektor Rolf Seelmann-Eggebert, heute als Adelsexperte bekannt, bedauerte das Missgeschick am Folgetag und sprach von einem „Alptraum”: Eine Videokassette mit der Aufschrift „Neujahrsansprache” habe zum Abspielen bereitgelegen. Als der Irrtum bemerkt wurde, sei die richtige Kassette gesucht worden, aber nicht zu finden gewesen.

Im Laufe des Abends blendete das Erste dann noch in seinem laufenden Programm - damals war es nicht der „Silvesterstadl”, sondern das „ARD Wunschkonzert” mit Dagmar Berghoff und Max Schautzer - einen Text ein: „Durch ein Versehen ist die Neujahrsansprache des Bundeskanzlers heute Abend verwechselt worden. Die ARD entschuldigt sich dafür! Die korrekte Fassung wird morgen, am Neujahrstag, um 20.05 Uhr, nach der „Tagesschau” ausgestrahlt!” Die Ausstrahlung der richtigen Ansprache in der ARD wurde dann am 1. Januar 1987 von 7,3 Millionen gesehen.

Apropos Neujahrsansprache: Seit 1970 spricht der Bundeskanzler zum Neujahrstag, der Bundespräsident zu Weihnachten. Von 1949 bis 1969 war es umgekehrt. In diesem Jahr ist die Neujahrsansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 31. Dezember um 20.10 Uhr im Ersten zu sehen und bereits um 19.15 Uhr im ZDF.

(dpa)