Jülich: Von edel bis exzentrisch: Kunsthandwerkerinnenmarkt beginnt

Jülich: Von edel bis exzentrisch: Kunsthandwerkerinnenmarkt beginnt

Nur noch wenige Stunden, dann wird Jülichs größte Kulturveranstaltung des Jahres und einer der erfolgreichsten Märkte deutschlandweit eröffnet. Der nach dem Unwetter vom vergangenen Montag unter Hochdruck und Einsatz vieler Helfer wieder hergerichtete Schlossplatz wird am Samstag und Sonntag, 14. und 15. Juni, jeweils von 11 bis 18 Uhr zu einer wahren Kultur-Oase.

Seit Monaten wurde an der Vorbereitung des Marktes gearbeitet, in den vergangen Wochen und vor allem Tagen unter „Volldampf“ nach Komplikationen rund um Brückensperrung und Beseitigung der Folgen der Unwetterkatastrophe. Doch nun ist der Schlossplatz gut vorbereitet und das Team des Stadtmarketings der Stadt Jülich als Veranstalterin hat die letzten organisatorischen Fragen geklärt und erwartet bereits am Freitag die ersten der rund 250 Frauen in der Stadt, die hier an den kommenden zwei Tagen ihr kreatives Angebot für Freunde der schönen Künste unterbreiten.

„Ich bin stolz und froh, dass durch gemeinsame Anstrengung der Mitarbeiter der Stadt Jülich und der vielen Helfer der Kunsthandwerkerinnenmarkt so stattfinden kann, wie es die Ausstellerinnen und die Besucher gewohnt sind und verdient haben“, freut sich Dezernentin Katarina Esser auf die kommenden zwei Tage.

Auch in diesem Jahr werden wieder über 30.000 Besucher erwartet und verwöhnt — und das sowohl im wörtlichen als auch übertragenen und für alle Sinne. Es gibt in diesem bunten Potpourri aus traditionellem und modernem Kunsthandwerk für jeden etwas zu sehen, zu riechen, zu schmecken, zu spüren und zu hören. Altes Handwerk wird ansprechend präsentiert: Bildhauerinnen, Schreinerinnen, Malerinnen, Hutmacherinnen, Töpferinnen und Goldschmiedinnen sind dabei und stellen sich, ihre Arbeit und Produkte vor.

Fast alles sind unverwechselbare Unikate — von edel bis exzentrisch - und bieten Gelegenheit zu hautnahem Anschauungsunterricht und Inspiration für kreative Geschenkideen. Eine gelungene Mischung aus traditionellen und neuen Angeboten macht den Reiz aus für Besucher und die Ausstellerinnen. Neu in diesem Jahr ist beispielsweise eine Puppenmacherin, die den Puppen aus Porzellan nach eigenen Entwürfen Lebendigkeit verleiht.

Die Ausstellerinnen genießen die Atmosphäre unter Gleichgesinnten und ein Publikum, das ihre Kunst zu schätzen. Manche Ausstellerin und viele Besucher nehmen einen weiten Weg auf sich, um den Markt zu besuchen. Die weiteste Anreise hat in diesem Jahr Anaite Aiste aus Lettland auf sich genommen, die hier mit ihren ausgestellten Saani-Schmuck begeistern wird.

Doch auch wer nicht unbedingt etwas kaufen möchte, kann erlebnisreiche Stunden auf dem Schlossplatz verbringen. Der Kunsthandwerkerinnenmarkt ist auch Begegnungsstätte mit musikalischer und kulinarischer Verköstigung. Ob afrikanische gebackene Bananen, portugiesische Gambas, vegetarische und türkische Küche, selbst gebackene Kuchen beim Sozialdienst katholischer Frauen oder Getränke am Stand der Frauen des Lions-Clubs: mitten auf dem Schlossplatz findet man eine gastronomische Insel, die zum Verweilen und Genuss zahlreicher lukullische Köstlichkeiten einladen. Wer diese lieber zu Hause genießen möchte, findet in der „Grünen Ecke“ zahlreiche kulinarische Kunstwerke aus Frauenhand: Liköre und Öle, Teigwaren, Käse, Dips, Kräuter und Pflanzen — zum Probieren und Mit-nach-Hause-nehmen.

Da dieses kulturelle Ereignis in der Herzogstadt nunmehr bereits im zweiten Jahr an zwei Tagen gefeiert wird, bleibt reichlich Zeit und Gelegenheit zum Suchen, zum Stöbern, zum Staunen und zum Genießen. Und wer den Markt erstmals besuchen möchte, dem sei nicht nur Geduld bei der Parkplatzsuche geraten, sondern auch die Mitnahme eines Regenschirms: denn mindestens ein kleiner Schauer gehört zum Kunsthandwerkerinnenmarkt unbedingt dazu!

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