Kreis Heinsberg: Volksbank-Chef jetzt auch Verbandsratsvorsitzender vom Bundesverband

Kreis Heinsberg: Volksbank-Chef jetzt auch Verbandsratsvorsitzender vom Bundesverband

Dr. Veit Luxem, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Erkelenz und Sprecher der Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg, hat jetzt auch das Amt des Verbandsratsvorsitzenden des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) für die bis Ende 2016 laufende Mandatsperiode übernommen.

Sein Vorgänger Carsten Graaf, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Meerbusch, ist aus Altersgründen aus seinen Ämtern ausgeschieden. Schon im Frühjahr war Luxem einstimmig zum Nachfolger Graafs gewählt worden.

Gemeinsame Strategie

Der BVR ist der Spitzenverband der genossenschaftlichen Kreditwirtschaft in Deutschland. Er vertritt bundesweit und international die Interessen der genossenschaftlichen Finanzgruppe, koordiniert und entwickelt innerhalb der Gruppe die gemeinsame Strategie, berät und unterstützt die Mitgliedsbanken in rechtlichen, steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen und informiert sie über aktuelle wirtschaftliche, politische und bankfachliche Entwicklungen.

Intelligente Weiterentwicklung

Vor allem die intelligente Weiterentwicklung des genossenschaftlichen Geschäftsmodells vor dem Hintergrund von politisch gewollten niedrigen Zinsen und der zunehmenden Regulatorik sieht Luxem als Herausforderung für seine Amtszeit. „Wir werden auch in Zukunft selbstständige Kreditgenossenschaften unterschiedlicher Größe haben — also auch kleine erfolgreiche Banken. Und diese werden auch in zehn Jahren noch vor allem auf die Face-to-­face-Kommunikation in der Filiale setzen“, sagte Luxem jüngst der genossenschaftlichen Zeitschrift Bankinformation. „Filialoptimierung ist hier das Stichwort. Denn unsere Mitglieder und Kunden werden zunehmend nach kompetenten Beratern und Spezialisten verlangen. Dazu müssen wir leistungsfähige digitale Banking-Lösungen mit einem hohen Maß an Sicherheit, Verfügbarkeit und Komfort bieten“, so Luxem weiter.

Auch der Rheinisch-Westfälische Genossenschaftsverband (RWGV) zeigte sich erfreut, dass das höchste Ehrenamt in der genossenschaftlichen Finanzgruppe bei einer Mitgliedsbank des RWGV bleibt.

Der RWGV zitierte Luxem in einer Pressemitteilung mit den Worten: „Unsere Kleinteiligkeit und Vielfalt, das freie Unternehmertum vor Ort, unsere Traditionen und unsere genossenschaftlichen Ideale — all dies sind Vorteile, die wir jeden Tag leben. Soll das auch im Jahr 2025 gelten, müssen wir in Bewegung bleiben. Dazu gehört es, sich aktiv mit den Veränderungen um uns herum und in unseren Märkten zu beschäftigen. Kurzum: Wir müssen innovativer werden. In unseren bewusst konzernfernen Strukturen ist Innovation eine besonders große Herausforderung. Hier verstehe ich mich als Moderator und Koordinator des Verbandsrats, dem wichtigsten Entscheidungsgremium unserer Gruppe nach der Mitgliederversammlung. Dazu brauchen wir interne Diskussionen ohne Denkverbote. Die dabei sichtbar werdenden unterschiedlichen Interessen möchte ich jeweils zu einem möglichst gemeinsamen Meinungsbild zusammenführen.“

Gremium mit 50 Vertretern

Der BVR-Verbandsrat, der insgesamt aus 50 Vertretern besteht, ist nach der Mitgliederversammlung das höchste repräsentative Organ des BVR. Der Verbandsrat legt die allgemeinen Richtlinien für die Tätigkeit des Verbandes fest, nimmt zu Angelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung Stellung und entscheidet über die strategische Ausrichtung der Gruppe.

Luxem steht — wie der Internetseite des BVR zu entnehmen ist — auch an der Spitze des zwölfköpfigen BVR-Verwaltungsrates, der den Vorstand in Fragen der Bankwirtschaft und -politik berät. Der Verwaltungsrat übt zugleich die Aufsichtsfunktion gegenüber dem Vorstand aus und überwacht die Geschäftsführung des Vorstandes der Sicherungseinrichtung der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Diese Sicherungseinrichtung — das älteste Banken-Sicherungssystem Deutschlands — ist beim BVR angesiedelt.