Kreis Heinsberg: Vier neue Projektideen für den Westzipfel

Kreis Heinsberg: Vier neue Projektideen für den Westzipfel

Der Weg zu den Geldtöpfen des Landes ist lang und fordert von denen, die sie anzapfen wollen, Geduld und Bürokratieverständnis. Glücklicherweise steht den vier Kommunen der Lokalen Aktionsgruppe Westzipfelregion, Gangelt, Selfkant, Waldfeucht und Heinsberg, mit Alexandra Jentgens eine engagierte und sachkundige Regionalmanagerin zur Seite, die auch bei der Mitgliederversammlung die Fäden in der Hand behielt und das Ziel, die Töpfe des Förderprogrammes Vital.NRW, genau im Auge behielt.

Vier Projektideen konnten im Rahmen der Mitgliederversammlung, die unter dem Vorsitz von Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen (CDU) im Forum des Gangelter Rathauses abgehalten wurde, auf den Weg in Richtung Bezirksregierung gebracht werden.

Nachdem die Projektträger ihre Idee vorgestellt hatten, wurde allen vier Projekte von der Lenkungsgruppe der Lokalen Aktionsgruppe die Förderwürdigkeit bescheinigt. Nun müssen die Projektträger mit Unterstützung der Regionalmanagerin ihre Projektanträge bei der Bezirksregierung vorlegen. Zwei Monate darauf wird die Behörde die Förderfähigkeit attestieren oder auch nicht.

Die Bemühungen könnten sich auszahlen, denn schließlich sind für die Westzipfelregion 841.000 Euro aus den Vital-NRW-Fördertöpfen des Landes zu schöpfen. Diese Fördermittel können bis 2022 in unterschiedliche Projekte fließen, die den ländlichen Raum stärken und attraktiver gestalten sollen. Der Förderanteil des Landes an den jeweiligen Projekten beträgt 65 Prozent. 35 Prozent der Projektmittel muss der Projektträger beisteuern. Aktuell wurden von der Lenkungsgruppe der Westzipelregion folgende vier Projekte als förderwürdig anerkannt.

Die Bouleanlage „An d’r Heggeströper“ des Vereins Spiel(t)räume Birgden soll auf dem Gelände des öffentlich zugänglichen naturnahen Spielraums in Birgden eingerichtet werden. Die Boulebahn soll regelgerecht auch für jährliche Wettkämpfe der Westzipfelregion angelegt werden. Jung und Alt können die Spielfläche nutzen. Es sollen Besucher von Außerhalb angezogen werden. Die beantragte Fördersumme beträgt 4232 Euro.

Die Projektidee „Die kunterbunte Westzipfelkulinarik“ hat als Projektträger den DRK-Kreisverband Heinsberg. Das Projektgebiet besteht aus den Gemeinden Gangelt, Selfkant, Waldfeucht und der Stadt Heinsberg. Die „kunterbunte Westzipfelkulinarik“ soll ein Fest der Kulturen und Genüsse werden. Das Probieren von traditionellem Essen aus verschiedenen Ländern steht im Vordergrund. Es soll aber auch ein Familienfest sein mit Rahmenprogramm und Kinderanimation.

Vereine können sich vorstellen und auftreten und für Kinder wird es eine Hüpfburg geben. Bewohner der Westzipfelregion sollen das Event gestalten und die Speisen zubereiten. Hierdurch soll der regionale Zusammenhalt gestärkt und der Aspekt der Integration und der kulturübergreifenden Zusammenarbeit gefördert werden. Das Event soll jedes Jahr in einer anderen Gemeinde stattfinden. Die beantragte Fördersumme beträgt 53.000 Euro.

Der DRK Kreisverband Heinsberg ist ebenfalls Träger der Projektidee „Mobile Suppenküche“. Das Projekt soll sich durch alle drei Gemeinden und die Stadt Heinsberg ziehen. Grundgedanke dieser Idee ist, Raum für Begegnungen zwischen Menschen zu schaffen.

Mittels einer mobilen Suppenküche soll an verschiedenen Orten zwei bis drei Mal in der Woche Suppe an Menschen verteilt werden, die nicht die Möglichkeit, das Geld oder die Kraft haben, selber zu kochen oder bei denen es an Mobilität mangelt. Die Bürger sind sowohl bei der Umsetzung als auch bei der Fortführung beteiligt. Die beantragte Fördersumme für den zweijährigen Projektzeitraum beträgt 88.000 Euro.

Die vierte Projektidee läuft unter dem Titel „DIEK Süsterseel und DIEK Millen“. Projektträger ist die Gemeinde Selfkant. DIEK steht für Dorfinnenentwicklungskonzept und soll ein Leitfaden für die Entwicklung der Dörfer Süsterseel und Millen sein. Die sich verändernden Strukturen in der Bevölkerung und Infrastruktur, die sich auch auf das Dorf- und Vereinsleben und somit auf das Zusammenleben in den Orten auswirken, sollen im Rahmen von DIEK analysiert werden.

Im Anschluss an die Analyse des Ist-Zustandes sollen unter Bürgerbeteiligung Handlungsempfehlungen für einen gewünschten Soll-Zustand erarbeitet werden. Die beantragten Fördersummen betragen 28.000 Euro für Süsterseel und 25.000 Euro für Millen.

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