Kreis Heinsberg: Viele Familien sind von Armut betroffen

Kreis Heinsberg: Viele Familien sind von Armut betroffen

Die im Sommer 2010 gegründete Regionale Armuts- und Arbeitsmarktkonferenz für den Kreis Heinsberg thematisierte in ihrer ersten Forumsveranstaltung die Kinderarmut im Kreis.

Roman Schlag vom Diözesancaritasverband Aachen moderierte diese Vortrags- und Diskussionsveranstaltung, zu der zahlreiche Interessierte in die Oberbrucher Erlöserkirche gekommen waren. Kinderarmut ist auch im Kreis Heinsberg ein Thema, dies wurde deutlich in den Zahlen die Hans-Joachim Schwabe, stellvertretender Vorsitzender des vom Kirchlichen Dienst Arbeitswelt des Evangelischen Kirchenkreises Jülich, in seiner Power-Point-Präsentation vorlegte.

Eine Erhebung des Kirchenkreises im November 2010 habe ergeben, dass im Heinsberger Kreisgebiet 8186 Kinder und Jugendliche in Familien leben würden, die von Armut betroffen seien. Diesen Familien stehe weniger als die Hälfte des Durchschnittsnettoeinkommens zur Verfügung. In 80 Prozent dieser Familien seien die Eltern arbeitslos.

„Hier liegt der Schlüssel zur Lösung des Problems”, stellte Johannes Eschweiler fest, „wir müssen Arbeitsplätze zu vernünftigen Konditionen schaffen.” Eschweiler ist einer von drei Sprechern der Konferenz. In ihr wirken katholische und evangelische Kirche, Verbände der freien Wohlfahrtspflege, DGB-Gewerkschaften, Sozialverbände und Initiativen mit, die dazu beitragen wollen, das Armutsproblem öffentlich zu machen und anzupacken. Deutlich wurde bei diesem Forum, dass Armut oft „vererbt” werde.

Zu durchbrechen sei dieser Armutskreislauf mit Bildungs- und Betreuungsangeboten für Kinder und Jugendliche. Martina Huxoll, stellvertretende Geschäftsführerin vom Landesverband des Deutschen Kinderschutzbundes, machte auf die Folgen von Kinderarmut aufmerksam. Gefordert wurden in der Diskussion ausreichende finanzielle Mittel, um Betreuungs- und Weiterbildungsangebote auch realisieren zu können.

„Die Kinderarmut konzentriert sich im Kreis Heinsberg besonders auf die Städte, ländliche Kommunen sind eher weniger betroffen”, resümierte Johannes Eschweiler.

Die Regionale Armuts- und Arbeitsmarktkonferenz begrüße, so ihr Sprecher Johannes Eschweiler, die Erstellung eines Armutsberichts für den Kreis Heinsberg. Auf Anregung der CDU-Kreistagsfraktion hatten alle Fraktionen im Oktober 2009 beschlossen, Erscheinungsformen der Kinderarmut zu diskutieren und Lösungswege zu erarbeiten.

Die Projektgruppe Bildung und Region (Bonn) war im März 2010 von der Kreissparkasse mit der Erstellung des Berichts beauftragt worden. Ergänzend zur Datenerhebung erfolgte eine Befragung von Eltern, deren Kinder die dritten Klassen der Grundschulen besuchen.

Die Ergebnisse dieser Befragung werden am kommenden Montag in einer gemeinsamen Sitzung von Jugendhilfe- und Sozialausschusses im Heinsberger Kreishaus vorgestellt. Der Bericht selbst soll vor den Sommerferien vorliegen. Eschweiler kündigte an: „Unser Bündnis wird die Entwicklung des Armutsberichtes kritisch begleiten.”

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