Kreis Düren: Veruntreuung? Abfindung wirft Fragen auf

Kreis Düren: Veruntreuung? Abfindung wirft Fragen auf

Dem Dürener Kreisverband des Kinderschutzbundes drohen möglicherweise strafrechtliche Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Aachen. Wie berichtet kann der Kreisverband Forderungen in Höhe von knapp 40.000 Euro nicht begleichen und hatte deshalb im Dezember einen Eigenantrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

Ein vom Aachener Insolvenzgericht bestellter Gutachter prüft den Vorgang derzeit. Mit einer Entscheidung ist bis Ende April zu rechnen. Der Verein hatte sich 2015 flächendeckend im Kreis Düren aus der offenen Ganztagsbetreuung an Grundschulen zurückgezogen.

Das führte in der Stadt Nideggen offenbar dazu, dass noch nicht verausgabte Landeszuschüsse zurückgezahlt werden mussten und zwar von der Stadt ans Land, ohne dass die Stadt die nicht verwendeten Gelder zuvor vom Kinderschutzbund zurückerhalten hatte. Im Raum steht die Summe von 37.000 Euro.

Der Kreisverband selbst soll gegenüber der Stadt Nideggen mitgeteilt haben, dass die finanzielle Schieflage durch eine Abfindungszahlung an einen früheren Geschäftsführer entstanden sei. Genau dieser Umstand könnte nun die strafrechtlichen Ermittlungen nach sich ziehen. Immerhin wären zweckgebundene Mittel zur Zahlung der Abfindung genutzt worden.

Ob das in diesem Fall auch den Tatbestand der Untreue erfüllen könnte, ist unklar. Oberstaatsanwalt Dr. Jost Schützeberg auf Anfrage: „Wir werden diesen Vorgang auf seine strafrechtliche Relevanz prüfen.“ Unabhängig davon prüft auch der Gutachter mögliche zivilrechtliche Schritte — allerdings mit Blick auf den früheren Geschäftsführer.

Denkbar ist, dass die ihm eigentlich zustehende Abfindung zurückgezahlt werden muss, eben weil sie aus zweckgebundenen Mitteln bestritten worden sein könnte.

(bugi)