Hückelhoven: Versetzung des Pfarrers stößt weiter auf Kritik

Hückelhoven: Versetzung des Pfarrers stößt weiter auf Kritik

„Es herrscht eine Stimmung aus Misstrauen, Aggression und Frustration.” Mit diesen Worten beschreiben Mitglieder der drei Pfarren St. Dionysius, St. Lambertus und St. Barbara in einem Brief an Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff die Stimmung in ihren Gemeinden.

Grund dafür ist die geplante Versetzung des Pfarrvikars Jürgen Frisch. Frisch ist seit rund zwei Jahren in der Hückelhovener GdG tätig. Ende Juli bekamen die Gemeinden der GdG mitgeteilt, dass Frisch versetzt werden soll - und sahen das nicht ein.

Bei den Gemeindemitgliedern sei er durchaus beliebt. „Beim Pastoralteam ist er aber mit seiner Art angeeckt”, glaubt Markus Netten aus der Gemeinde St. Barbara. In einem Brief an den Bischof wurde Frisch als „nicht teamfähig” bezeichnet. Man könne mit ihm nicht zusammenarbeiten, seine Gestaltung des Gottesdienstes sei „vorkonziliar”, den Plänen einer Jugendkirche in St. Barbara stehe er im Wege.

Die Ideen, die im Rahmen einer ausschließlichen Nutzung der Kirche St. Barbara vorgelegt wurden, stoßen bei den Gemeindemitgliedern nicht auf ungeteilte Zustimmung. „Wir wollen keinen Indoor-Spielplatz auf St. Barbara”, erklärt Netten. „Jugendkirche geht anders.” Dem geschassten Geistlichen sei auch vorgeworfen worden, er sei gegen die Jugend an sich.

Seine Befürworter sehen das anders. Denn im Gegensatz zum Pastoralteam befürworte Frisch ein gleichberechtigtes Nebeneinander von Gemeindeleben und Jugendkirche in den Räumen von St. Barbara. „St. Barbara wäre längst zu, wenn Frisch nicht gewesen wäre”, ist sich auch Christoph Weißkirchen sicher. Die Vorstellungen des Geistlichen über die Gestaltung seiner Arbeit gingen anscheinend nicht mit denen des Pastoralteams einher. Und das schlug dann zurück. „Frisch wurde gemobbt”, bringt Netten seine Kritik auf den Punkt. In letzter Konsequenz wurde die Abberufung Frischs gefordert, ansonsten mit dem Rücktritt des kompletten Teams gedroht.

„In der jetzigen Situation gibt es nur Verlierer”, betont Gerti Knorr, die eine Unterschriftensammlung für den Verbleib Frischs organisiert hatte. Die Unterschriften der aufmüpfigen Katholiken wollte in Aachen aber bislang niemand haben.

Seitens des Pastoralteams gibt man sich wortkarg, was eine Kommentierung der Angelegenheit angeht. „Der Bischof hat uns über die Versetzung unterrichtet”, bestätigte Gemeindereferent Achim Kück auf Nachfrage. Auch Frisch selbst hält sich bedeckt und äußert sich nicht zu den Vorwürfen.

Bis zum Ende des Kirchenjahres am ersten Advent ist Frisch noch in Hückelhoven tätig. Auf den Brief der empörten Gemeindemitglieder ließ der Bischof Domkapitular Heiner Schmitz antworten. Der Brief des Bistums sei ein Zeugnis dafür, dass die Bistumsleitung in der Angelegenheit Frisch jegliche Dialogbereitschaft vermissen lässt, kommentiert Markus Netten. Darin heiße es, dass die pastorale Zusammenarbeit in den Gemeinden eine „enge und verlässliche Abstimmung” sowie ein „kollegiales und vertrauensvolles Miteinander” brauche. Dies sei nicht mehr gegeben. Daher habe der Bischof in „nüchterner Abwägung aller Optionen” die Versetzung Frischs beschlossen.

Knorr sieht darin ein Einknicken gegenüber dem Pastoralteam. „Es ist leichter, eine Stelle neu zu besetzen als ein ganzes Team”, mutmaßt sie. Trotzdem ist die Angelegenheit für sie und ihre Mitstreiter noch nicht beendet.