Berlin/Rom: Vatikansprecher Lombardi: „Das ist eine gute Nachricht!“

Berlin/Rom : Vatikansprecher Lombardi: „Das ist eine gute Nachricht!“

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gratulierte dem Papst. Mit der Auszeichnung werde „Ihr weltweites Engagement für die Menschheit gewürdigt“, hieß es in seinem Glückwunschschreiben.

Marx erinnerte an den Besuch des Papstes auf der italienischen Insel Lampedusa, wo zahlreiche Flüchtlinge ankommen, die über das Mittelmeer nach Europa fliehen. Hier habe Franziskus ein Zeichen gesetzt „für jene Menschen, denen alles genommen wurde, oft auch ihr Leben“. Marx äußerte sich „dankbar“ für die Auszeichnung einer Persönlichkeit, „die für den christlichen Wertekanon steht“.

 Kardinal Reinhard Marx (links): „Der Papst hat ein Zeichen gesetzt für jene, denen alles genommen wurde.“ Vatikansprecher Federico Lombardi: Franziskus sieht im Karlspreis eine Ermutigung für den Frieden.
Kardinal Reinhard Marx (links): „Der Papst hat ein Zeichen gesetzt für jene, denen alles genommen wurde.“ Vatikansprecher Federico Lombardi: Franziskus sieht im Karlspreis eine Ermutigung für den Frieden. Foto: dpa

„Das ist eine gute Nachricht!“: So reagierte Vatikansprecher Federico Lombardi gestern gegenüber unserer Zeitung auf die Auszeichnung. Dass der Papst einen Preis annimmt, das sei „eine wirkliche Ausnahme“. Franziskus, so Lombardi, habe ihm gegenüber betont, das Wichtigste sei, dass der Karlspreis auch eine Ermutigung für den Frieden sei. Für Franziskus sei der Frieden „ein fundamentales Thema“.

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, war Karlspreisträger in diesem Jahr. Insofern ist der Papst als Karlspreisträger 2016 sein Nachfolger. Die beiden verbindet eine besondere Beziehung, sie kennen sich aus mehreren Begegnungen sehr gut. Schulz hatte den Papst schon bei dessen Einführung in Rom ins EU-Parlament eingeladen. Franziskus nahm die Einladung an und sprach im vergangenen Jahr in Straßburg sehr intensiv und auch kritisch über die aktuelle Situation in Europa. „Eine großartige Entscheidung“, kommentiert Schulz das Votum des Karlspreisdirektoriums, dem man dazu nur gratulieren könne. Papst Franziskus kämpfe mit seinem gesamten Wirken für die Idee des Karlspreises: Völkerverbindung über das Trennende hinweg und eine wertegeleitete Zusammenarbeit von Menschen, unabhängig von ihrer Nationalität oder Religion. „Die fundamentalen Menschenrechte als Grundlage sind bei diesem Mann natürlich von seinem katholischen Auftrag geprägt, aber in einer weltoffenen und toleranten Art, wie man sie sich besser nicht wünschen kann.“

Franziskus habe als lateinamerikanischer Bischof jahrzehntelang Unrecht und Armut erlebt und daher einen sehr genauen Blick auf Errungenschaften wie Freiheit und Sicherheit, die die Europäer nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen hätten. „Er hat mir gesagt, wir Europäer wüssten das oft gar nicht zu schätzen.“ Der Papst sei ein „Verbündeter in der Weiterentwicklung der europäischen Zusammenarbeit“.