Kreis Düren: Trockener Herbst: Statistisch entspricht der Kreis Düren Nordfarika

Kreis Düren: Trockener Herbst: Statistisch entspricht der Kreis Düren Nordfarika

In der Klimastatistik der Eifelregion wird dieser letzte Herbstmonat für lange Zeit eine feste Größe sein. Seit Beginn der Datenaufzeichnungen in der Region Aachen/Düren war es noch nie so trocken in einem November.

Kleine Bäche verschwanden gänzlich, Viehweiden sahen aus wie Steppen, Talsperren meldeten Niedrigstände wie im Hitzesommer 2003, und es bestand Waldbrandgefahr statt der sonst im November auftretenden ersten Schneefälle. Nach Angaben der Wetterstation Aachen ist die diesjährige Dürre nur mit der großen Herbstdürre von 1853 zu vergleichen. Damals blieb es in einer achtwöchigen Dürreperiode fast völlig trocken.

Man muss in den vergangenen 100 Jahren schon bis in den November 1920 oder 1953 zurückgehen, um einen ähnlich trockenen und sonnigen Vergleichsmonat zu finden. Damals waren die Eifelstationen jedoch bei weitem nicht so trocken.

An drei ausgewählten Beispielen sei dies veranschaulicht: In Aachen regnete es im Jahr 1920 24 Liter pro Quadratmeter und 1953 fünf Liter. In diesem Jahr waren es drei Liter. In Monschau regnete es im Jahr 1920 22 Liter und 1953 14 Liter (2011: sechs Liter). In Zülpich waren es 1920 ein Liter, 1953 sieben Liter und 2011 fünf Liter.

Die weiteren Regensummen des Novembers 2011 (meist unter fünf Prozent des langjährigen Mittelwertes) werden um diese Zeit sonst nur in Nordafrika gemessen: Düren 0,1 Liter pro Quadratmeter, Vettweiß 0,3 Liter, Zülpich 0,8 Liter, Obermaubach und Nörvenich 1,2 Liter, Drove 1,7 Liter, Hoven 1,8 Liter, Langerwehe und Jülich 1,9 Liter, Schwammenauel 2,8 Liter, Hergarten und Heimbach 3,1 Liter sowie Vossenack und Brandenberg 4,2 Liter.

Zugleich war die anhaltende Dürre seit dem 13. Oktober die zweitlängste jemals im Herbst gemessene. In einer anhaltenden Trockenphase dürfen nicht mehr als fünf Liter pro Quadratmeter fallen. In den Niederungen des Kreises Düren dauerte die Trockenphase diesmal 51 Tage (13. Oktober bis 2. Dezember).

Inversionswetterlagen

Das Temperaturmittel dagegen war im November völlig normal bis leicht erhöht. Die Abweichungen waren auf den Bergen aber deutlich größer als im Flachland (Düren 7,2 Grad, Abweichung plus zwei Grad; Hochlagen des Venn in Mont Rigi Mittelwert 6,2 Grad, Abweichung plus 3,4 Grad).

Ursache für dieses Phänomen waren die häufigen Inversionswetterlagen (oben warm und im Tal kühl). Wärmster Tag des Monats war meist der 4. November. Noch einmal konnten wir Temperaturen über 20 Grad genießen (21 Grad in Vettweiß und bis 18,9 Grad in Vossenack).

Die kältesten Nächte wurden durchweg in den Tallagen beobachtet, was folgende Zahlen der Frostnächte zeigen: Vossenack nur zwei, Heimbach sechs und Düren zehn. Die niedrigsten Werte gab es folglich auch in den Flusstälern (Embken -6,2 Grad, Langerwehe -3,8 und Düren nur -1,8 Grad).

Wie schon der Oktober zeigte auch der November mehr als das Doppelte der üblichen Sonnenstunden. Nebellagen waren, im Gegensatz zu weiten Teilen von Westfalen, im Rheinland selten. Noch nie seit Beginn der Beobachtungen wurden solch hohe Werte der Sonnenscheindauer in einem November registriert.

Auch das Jahr 1920 wurde übertroffen. Die Solarzellenbesitzer werden ihre Freude gehabt haben. Der Eifelföhn vertrieb in unserem Raum nicht selten Nebel und Wolkenbänke. Hier einige Summen: Zülpich 147 Sonnenstunden, Düren 133, Langerwehe 131, Jülich 122, Nörvenich 113, Heimbach 112, Drove 108, Linnich 98 und Vossenack 86 Stunden.

Seit Anfang Dezember ist die Trockenheit Geschichte, und milde Meeresluft der Nordseesturmtiefs diktiert das Wettergeschehen. Bis zum vierten Advent bleibt es mild, regnerisch und zum Teil stürmisch. Danach scheint sich für die Weihnachtstage eine trockenkalte Hochdruckwetterlage anzudeuten, mit Nachtfrösten und ein bis zwei Grad Tageswerten im Flachland. In den Lagen oberhalb von 500 bis 600 Metern könnte sich eine weiße Weihnacht einstellen.

Schneemengen wie im vergangenen Jahr wird es sicherlich nicht geben.

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