Kreis Düren: Triebzug statt Regiosprinter

Kreis Düren: Triebzug statt Regiosprinter

Seit vielen Jahren setzen Pendler, Schüler und Touristen auf die Rurtalbahn als zuverlässigen Nahverkehrsbetreiber. Das Verkehrsmittel ist bekannt, daher staunten Eisenbahnfreunde nicht schlecht, als sie jetzt ein völlig anderes Fahrzeug an den Haltestellen aufnahm.

Nicht der bekannte Regiosprinter schlängelte sich durch die Wälder parallel zur Rur, sondern ein Triebzug von Typ „Integral” befuhr die Bahnstrecke Linnich-Düren und Düren-Heimbach. Das Fahrzeug gehört der Bayrischen Oberlandbahn, die seit vielen Jahren auf dieses Modell setzt.

Grund für den Besuch des Integral-Triebzugs an der Rur war eine Sonderfahrt in die Rheinmetropole Köln. Da sich der Eishockeyclub ETC Bad Tölz ein Eishockeyspiel in der Kölnarena ansehen wollte, machte der „Integral” der Bayrischen Oberlandbahn auf seinem Weg nach Köln-Deutz einen Abstecher an die Rur.

Nicht nur um das Fahrzeug neu zu betanken und zu säubern durfte es auf dem Hoheitsgebiet der Rurtalbahn gastieren. Gleichzeitig nutzten die Verantwortlichen der Rurtalbahn die Sonderfahrt des Zugs, um ihn in den Regelverkehr der Dürener Bahn einzubinden. So wurde beim ersten Aufenthalt des modernen und innovativen „Integrals” in der Region, die Rurtal-Strecke für dieses Modell getestet.

Ein Fahrzeug von diesem Typ wäre auch zum Einsatz auf der Strecke der Rurtalbahn interessant. „Einst läutete der Regiosprinter der Rurtalbahn eine neue Generation der Schienen-Fahrzeuge im Nahverkehr ein. Die leichten, schnellen und preiswerten Wagen waren für die Strecke entlang der Rur wie geschaffen. Inzwischen haben sich die Ansprüche an den Schienenverkehr jedoch verändert”, erklärt Josef Krott, stellvertretender Aufsichtsratvorsitzender der Rurtalbahn. Der Regiosprinter sei nicht mehr zeitgemäß, betonte er.

Einen Integral-Triebzug, der für den Betrieb im gehobenen Regionalverkehr ausgelegt ist, auch im Fahrgastbetrieb der Dürener Bahn einzusetzen, könnte das Schienenverkehrsangebot qualitativ steigern. „Ein Fahrzeug wie den âIntegralÔ zu besitzen ist eine unserer Zukunftsperspektiven, die wir kurzfristig in die Tat umsetzen wollen”, erklärt Josef Krott.

Heino Seeger, Geschäftsführer der Bayrischen Oberlandbahn, kennt die Vorteile des Integral-Triebzugs. „Das Fahrzeug bietet Kapazität für 164 Fahrgäste. Einer seiner bedeutendsten Vorteile ist, dass die einzelnen Wagen schnell zu kuppeln und zu flügeln sind”, erklärt er. Bis zu fünf Integral-Triebzüge können zu einem Zugverband miteinander gekoppelt werden, was das Leistungsvolumen der Bahn erheblich steigert.

„Im Gegensatz zum Regiosprinter ist der ,Integral ein schweres Fahrzeug, das trotzdem sehr schnell ist”, nennt er einen weiteren Pluspunkt des Wagens.

Während der Sprinter mit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde seine Strecken zurücklegt, erreicht der Integral-Triebzug eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h und kann somit auch die schnellen Verbindungen auf der Hauptbahn bewältigen.

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