Erkelenz: Tollitäten jetzt als Ehepaar auf dem närrischen Thron

Erkelenz : Tollitäten jetzt als Ehepaar auf dem närrischen Thron

Einmal Prinz zu sein ist ja bekanntlich der Traum vieler Rheinländer. Aber sich dann auch noch als Prinzenpaar am 11. 11. um 11.11 Uhr das Ja-Wort zu geben, das ist das Sahnehäubchen. Einen festlicheren Sessionsauftakt hätten die Tollitäten in spe der Lövenicher „Hoppesäck”, Michael Meuser und Manuela Schauf, kaum wählen können.

Natürlich traten sie in ihrer festlichen Montur an, die in den kommenden Monaten ihre bevorzugte „Dienstkleidung” sein wird. Und genauso natürlich waren viele Lövenicher Jecke zum Haus Spiess gekommen, um mit den beiden Frischvermählten zu feiern, zu bützen und zu schunkeln.

Prinz Michael war mit seinem Zepter zwar eigentlich etwas zu früh dran, aber da drückte auch der Hoppesäck-Präsident Scheng Eggerath beide Augen zu. „Die Beiden wollten nur nicht unehelich auf den Narrenthron steigen”, mutmaßte er fröhlich, als das Paar nach der Zeremonie vor dem Haus Spiess erschien.

Dann übten sich die Hoppesäck in einer ungewöhnlichen Disziplin, denn anstelle der üblichen Kamelle warfen sie dem Anlass entsprechend mit Reis. Empfangen wurde das Paar jedoch ganz karnevalistisch stilsicher mit „Hoppesäck Alaaf”.

Neben dem Karneval schlägt das Herz des zukünftigen Prinzen vor allem für die Mönchengladbacher Borussia, deren Emblem der 37-jährige als Tätowierung auf der Wade trägt. Dies verriet Hans-Gerd Venrath, der gemeinsam mit Helmut Mertens die Kicker des STV vertrat. Venrath war Meusers Vorgänger im Amt des STV-Vorsitzenden. Ihm zu Ehren hatte sich Mertens auch extra eine Gladbacher Fan-Kutte übergestreift, bevor er sich in das Spalier der Hoppesäck einreihte. Dann wurde erst einmal ausgiebig geschunkelt und gesungen.

Auch in anderen Dingen sind die beiden Tollitäten ihrer Zeit voraus. Gemeinsam bringen sie fünf Kinder mit in die Ehe, Prinz Michael die beiden Jungs Marcel und Nelson, Prinzessin Manuela Tochter Alina und die Zwillinge Nicolas und Maurice. Die Prinzessin ist ein kölsches Mädchen und hat bei den Veedels-Zügen in ihrer Heimatstadt schon eine Menge karnevalistischer Erfahrungen gesammelt. Seit 1989 schlägt das Herz der 33-jährigen aber für den Lövenicher Karneval. Und für ihren Prinzen Michael, mit dem sie gemeinsam ein technisches Bildungszentrum für Jugendliche in Heinsberg und im Erkelenzer Gipco leitet.

Nach der Trauung, die schon wegen der Kleidung der Anwesenden auch für den Standesbeamten Wolfgang Scheerer Neuland war, mussten sich die Beiden zuerst einmal durch einen Holzklotz sägen, den die Hoppesäck an der Pforte von Haus Spiess aufgestellt hatten.

Zu den Gratulanten zählte natürlich auch der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen, der beiden wünschte, ihre Ehe sollte „nicht immer närrisch, aber stets lustig” sein.

Abends wurde bei der offiziellen Sessionseröffnung und Proklamation in der Lövenicher Nysterbach-Halle weitergefeiert. Und dabei trug Prinz Michael I. sein Zepter und die langen Fasanenfedern endlich zu recht.