Kinderbuch: Tierische Führer zeigen den Dom

Kinderbuch : Tierische Führer zeigen den Dom

Was von Juliane Ullrich ursprünglich als Abschlussarbeit im Rahmen ihres Architekturstudiums an der RWTH Aachen gedacht war, wird nun gemeinsam von dem Aachener Domkapitel und dem Kunstverlag Josef Fink als Kinderbuch herausgegeben.

Eine wissenschafftliche Publikation der anderen Art. Inspiriert durch ein Seminar bei Dombaumeister Helmut Maintz, verfasste Juliane Ullrich die Baugeschichte des Aachener Doms als Kinderbuch. Dabei zeigt die Autorin mit Witz, Charme und zahlreichen Illustrationen, dass Baugeschichte alles andere als langweilig ist.

Von den karolingischen Säulen über den Barbarossaleuchter und den Karlsthron bis hin zu den jüngsten Restaurierungen. Das Buch „Der Aachener Dom. Baugeschichte und Denkmalpflege“ behandelt die 1200 Jahre lange Baugeschichte des Aachener Wahrzeichens und vermittelt neben historischen und architektonischen Deutungen des Doms auch kulturwissenschaftliche und theologische Interpretationsrichtungen. „Ein sehr gelungener Ansatz!“, findet Dompropst Rolf-Peter Cremers.

Tierisch gute Domführer

Ein Fuchs, ein Schwein und ein Falke führen kinderfreundlich durch das Bauwerk. Dabei stellt der Fuchs schlaue, hintergründige Fragen, das Schwein spürt interessante Orte auf und der Falke kann die Geschehenisse der Baugeschichte aus der Vogelperspektive betrachten. Die niedlichen Domführer, der Fuchs und das Schwein, können bei Interesse auch als handgefertigte Kuscheltiere in der Dominformation erworben werden.

Besonders im Fokus stehen neben Architektur und den einzelnen Sehenswürdigkeiten des Weltkulturerbes auch die Denkmalpflege. Taubenkot, Wasser oder Rost werden zu den Feinden des Bauwerks gezählt. Dabei beruhen Daten und Fakten auf dem neusten wissenschaftlichen Stand, betont die Autorin und auch ihr Mentor Helmut Maintz weist darauf hin, dass die im Kinderbuch aufgegriffenen Experimente, wie zum Beispiel, um die enorme Sprengkraft von gefrorenem Wasser zu erklären, auch in seinem Seminar behandelt worden seien.

Juliane Ullrich hat nicht nur das fachliche Know-how, sondern das Kinderbuch bereits an ihren eigenen vier Kindern und ihrem Neffen erprobt. Sie weiß: „Bauwerke, die man erforschen kann, interessieren Kinder sehr.“ Im Augenblick ist der Dom nur für Betende geöffnet. Doch wer sich auf die nächste Sightseeing-Tour bereits vorbereiten möchte, kann das Kinderbuch in der Dominformation erwerben, die seit dieser Woche wieder geöffnet ist. (Montag-Samstag, 10-18 Uhr)

(kh)