Kreis Düren: Talsperrensystem übersteht zwei Trockenjahre

Kreis Düren: Talsperrensystem übersteht zwei Trockenjahre

Bei der Verbandsversammlung des Wasserverbands Eifel-Rur legten der Verbandsratsvorsitzende Paul Larue, Bürgermeister der Stadt Düren, und der Verbandsvorstand Professor Dr. Wolfgang Firk den Verbandsdelegierten ihre Berichte über die Aktivitäten des abgelaufenen Jahres vor.

Zugleich entlastete die Versammlung den Vorstand auf Empfehlung der Rechnungsprüfer und genehmigte einstimmig den Wirtschaftsplan für das Jahr 2012.

Das Wasserwirtschaftsjahr von Anfang November 2010 bis Ende Oktober 2011 zeigte sich in seinem Niederschlagsverhalten teilweise deutlich abweichend von den langjährigen Mittelwerten. So gelangten durch Regenfälle und die Schneeschmelze von November 2010 bis Januar 2011 überdurchschnittliche Wassermengen in die Talsperren. Besonders im Januar floss mehr als doppelt so viel Wasser zu als im langjährigen Mittel.

Die Monate Februar bis Mai fielen besonders niederschlagsarm aus, was sich auch in deutlich geringeren Zuflüssen in die Stauseen bemerkbar machte. Selbst im relativ feuchten Sommer stiegen die Zuflüsse kaum, da dann der Niederschlag von der Vegetation verdunstet wird und nicht in die Seen gelangt. Nach dem Sommer waren wiederum überdurchschnittlich trockene Monate September und Oktober zu verzeichnen. Aber auch der November 2011 und damit der Beginn des wasserwirtschaftlichen Folgejahres zeichnete sich durch übergroße Trockenheit aus.

Zuflussdefizit

Dies führte zu einem deutlichen Zuflussdefizit in die Stauanlagen, die trotzdem ihre wasserwirtschaftlichen Aufgaben in Bezug auf Mindestabgaben an den Unterlauf beziehungsweise die Trinkwasserversorgung erfüllen konnten. Das Talsperrensystem ist darauf ausgelegt, zwei Trockenjahre zu überstehen.

Mit Blick auf die Pläne der Firma Trianel, am Rursee ein Pumpspeicherkraftwerk zu bauen, muss der WVER als Besitzer des Rursees die Standsicherheit und die ungestörte Erfüllung der bisherigen wasserwirtschaftlichen Aufgaben und Nutzungen der Stauanlage sicherstellen.

Daraus ergeben sich für den Verband Fragen nach der Standsicherheit von Böschungen und Bauwerken, dem allgemeinen Betrieb und der Beeinträchtigung des Tourismus durch die beabsichtigte Pumptätigkeit, die nicht unerhebliche Wasserstandsschwankungen im Tagesverlauf mit sich bringen würde. Hierzu müsse Trianel Gutachten beibringen.

Der Wasserverband reinigte in allen seinen Anlagen im Jahr 2010 129,76 Millionen Kubikmeter Abwasser. Die Reinigungskosten für einen Kubikmeter Abwasser lagen im Verbandsschnitt im Jahr 2010 bei 0,73 Euro und damit einen Cent über dem Vorjahreswert.

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