Waldfeucht: Sumpfgebiet birgt ungeahnte Spuren aus der Eisenzeit

Waldfeucht: Sumpfgebiet birgt ungeahnte Spuren aus der Eisenzeit

Beim ersten Spatenstich durch den Regierungspräsidenten Peter Lindlar aus Köln zum Start der Renaturierung des Kitschbachtals in Waldfeucht-Haaren ahnte noch keiner, dass bald archäologische Funde die Experten in Staunen versetzen sollten.

Doch bei Grabungen in der Aue traten plötzlich Spuren eines Gebäudes zu Tage - Gruben für die hölzernen Pfosten, ein Stück eines Begrenzungsgrabens sowie Überreste von Abfallgruben. Die Archäologen wurden neugierig und entdeckten weitere Keramikscherben in diesem Bereich. Anhand dieser Keramikscherben konnte eine Wohnsiedlung in die mittlere Eisenzeit (ca. 650 vor bis Christi Geburt) datiert werden.

Da sich die archäologischen Untersuchungen auf den Renaturierungsbereich beschränkten, wurde nur ein Teil der Siedlungsstelle freigelegt. An der Fundstelle am Kitschbachtal stellte die Gemeinde Waldfeucht eine Informationstafel auf, die auf den eisenzeitlichen Wohnplatz hinweist. Es handelt sich um die bisher ältesten nachgewiesenen Siedlungsspuren in Haaren.

Kleine Feierstunde

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde in der Gerhard-Tholen-Stube wurden nun die Fundstücke an den Historischen Verein Waldfeucht übergeben.

Gäste des Rheinischen Amtes für Denkmal- und Bodenpflege aus Bonn, der Kreisverwaltung und unter anderen der Gemeinde Waldfeucht konnten die Fundstücke bestaunen. Archäologin Ute Becker und Stefan Großkamp vom archäologischen Projekt präsentierten sie.

Da es sich in diesem Gebiet um ein Sumpfgebiet handelt, wurde nie ein historischer Wohnbereich vermutet. Es handelt sich um Teile gebräuchlicher Keramikgefäße, Kochtöpfe, Vorratstöpfe und Schüsseln. Ein Spinnwirtel zeugt davon, dass der ländliche Haushalt sein eigenes Garn herstellte.

Interessent sind zahlreiche durch Hitze spröde gewordene und zersprungenen Gerölle, die als Kochsteine gedient haben. Man erhitzte die Steine im Feuer und legte diese dann in den Kochtopf, um Wasser oder Suppe zu kochen.

Bürgermeister Johannes von Helden zeigte sich sehr erfreut, dass nun das Heimatmuseum einen dritten Teil historischer Funde präsentieren kann. Helmut Windeck, Vorsitzender des Heimatmuseums Waldfeucht, blickte kurz zurück auf den Tag, als Herbert Thissen, ständiger Vertreter des Bürgermeisters der Gemeinde Waldfeucht, ihn telefonisch über die Fundstelle informiert habe.

Ein Kribbeln der besonderen Art habe sich da bei ihm breitgemacht. Der Vorsitzende dankte der Gemeinde, Franz-Josef Heuter als Bauleiter des Projekts Renaturierung Kitschbachtal sowie den Archäologen - dass diese historischen Fundstücke dem Heimatmuseum in Waldfeucht übergeben wurden.