Aachen: Straßen verbinden Hochschulen

Aachen : Straßen verbinden Hochschulen

Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft: Mit der feierlichen Übergabe eines Kooperationsvertrags besiegelten die Fachhochschule Aachen und das Polytechnikum in Windhoek Namibia ihre enge Zusammenarbeit.

Im Dekanat für Bauingenieurwesen unterzeichneten der Rektor der Fachhochschule, Prof. Manfred Schulte-Zurhausen, und sein Kollege vom Polytechnikum, Tjama Tjivikua, das „Memorandum of Agreement”, das den Austausch von Bauingenieursstudenten, Dozenten sowie eine enge Kooperation in den Bereichen Forschung und Entwicklung vorsieht.

Durch die Partnerschaft der Hochschulen soll vor allem die Qualität der Ingenieursausbildung in Namibia verbessert werden. Finanziert wird das ehrgeizige Projekt von der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ), die im Auftrag des Bundesministeriums für wissenschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung agiert.

Initiiert wurde der Austausch von dem ehemaligen FH-Professor Karl Schlösser, den die GTZ 2005 als Berater in das namibische Verkehrsministerium entsandt hatte. Der Transportsektor war von Beginn an ein Schwerpunkt der namibisch-deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Es gelte, so Schlösser, die Infrastruktur durch den Austausch von Know-how zu verbessern, denn noch gebe es nicht genug Fachkräfte. Der Erfolg des „Road Sector Programs”, der Reform des namibischen Straßennetzes, sei eine Grundvoraussetzung für das Wirtschaftswachstum des südwestafrikanischen Landes.

In den folgenden fünf Jahren sollen jeweils zwischen zehn und 15 Bauingenieure der FH Aachen ein oder mehrere Auslandssemester am Polytechnikum Namibia absolvieren. Man wolle, so der Aachener Dekan Prof. Hans Boegers- hausen, zunächst mit kleinen Studentenzahlen beginnen, denn erst müsse das Programm hinreichend bekannt gemacht werden. Im Januar und Februar soll zunächst ein Austausch von Dozenten der beiden Hochschulen stattfinden.

Der soeben von einem dreiwöchigen Gastdozentenaufenthalt in Namibia zurückgekehrte FH-Professor Willy Kuhlman äußerte sich durchweg positiv über seine Erfahrungen am Polytechnikum: Nicht nur die hervorragenden technischen Bedingungen und der Eifer der vergleichsweise jungen Studenten hätten ihn tief beeindruckt, sondern auch die Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft seiner dortigen Kollegen. Er hoffe, dass den Namibiern an der FH Aachen ähnliches widerfahren möge.