Hückelhoven: Stiftung Hephata unterstützt Eigenständigkeit

Hückelhoven: Stiftung Hephata unterstützt Eigenständigkeit

Die Evangelische Stiftung Hephata engagiert sich derzeit an der Seite von mehr als 2500 Menschen mit Behinderung in 17 Orten in Nordrhein-Westfalen und über 100 Adressen mit Angeboten zum Wohnen, mit Arbeitsangeboten, Bildung und Beratung.

Wie zur Zeit ihrer Gründung ist Hephata auch heute wieder innovativ und gilt bundesweit als Modell, weil es seit 1998 konsequent die Dezentralisierung seiner Einrichtungen betrieben hat und unter der Prämisse „die Zeit der Anstalten und Heime ist vorbei” in NRW individuelle Wohnangebote für Menschen mit Behinderung in deren Heimatregion macht.

Eigner ist der Kirchenkreis

Die Stiftung Hephata schenkte der Hückelhovener Wohngruppe jetzt einen gebrauchten Bus. Durch dieses Fahrzeug wird die Mobilität der Gruppe zum Beispiel bei gemeinsamen Unternehmungen erhöht und gewährleistet. Eigner des Fahrzeuges ist der evangelische Kirchenkreis Jülich.

Ein Grund liegt darin, dass durch diese Regelung ein Projekt entsteht, das durch Spenden gefördert werden kann. Das sei deshalb wichtig, weil der Bus auf die Dauer nur mit Hilfe von Spenden finanziert werden könne. Das alleinige Nutzungsrecht für das Fahrzeug liegt bei der Wohngruppe Hückelhoven.

Die Wohngruppe für Menschen mit Behinderung in Hückelhoven besteht seit 2006. Sie entstand, weil betroffene Eltern und Angehörige einen intensiven und erfolgreichen Kampf um diese Form des Wohnens führten. In der Wohngruppe leben acht Menschen im Alter zwischen 24 und 44 Jahren. Sie werden betreut von Mitarbeitenden der Stiftung Hephata. Hier liegt auch das besondere in dieser Wohnform: es gibt keinen Träger, sondern die Bewohner und Bewohnerinnen haben jeweils einen eigenen Mietvertrag und einen Betreuungsvertrag. Das Zusammenleben wird in erster Linie von ihnen selbst bestimmt.

Die Bewohnerinnen und Bewohner arbeiten alle in Werkstätten für Menschen mit Behinderung der „Lebenshilfe für Behinderte e.V. Kreis Heinsberg”.

Stück Unabhängigkeit

In Anwesenheit des Geschäftsführers des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Jülich, Herbert Hamann, übergab Marion Stappen als Vertreterin von Hephata dem Superintendenten des Kirchenkreises Jülich, Pfarrer Jens Sannig, symbolisch die Schlüssel zum grünen Bus. Stappen ist die zuständige Leiterin von Hephata für die Region Hückelhoven/Wegberg.

Der Superintendent wiederum reichte den Autoschlüssel an Joachim Schumacher weiter, der als einer der Betreuer der Wohngruppe das Fahrzeug fahren wird. Zwei Mitglieder der Wohngruppe werden sich als Paten um die Pflege des Busses kümmern.

Der Superintendent hob in seinen Dankesworten hervor, dass der Bus ein wichtiges Stück Unabhängigkeit und Selbstbestimmung für die Wohngruppe bedeute. Jutta Schwinkendorf, Sprecherin des Angehörigenprojektes Wohngruppe Hückelhoven, dankte Hephata für das großzügige Geschenk (die Wohngruppe Hückelhoven ist die einzige mit eigenem Fahrzeug!) und dem Kirchenkreis Jülich für die organisatorische Unterstützung.