Wassenberg-Effeld: Steinkirchener Altarkreuz hängt jetzt in Effeld

Wassenberg-Effeld: Steinkirchener Altarkreuz hängt jetzt in Effeld

Zwei Jahre lang hat Propst Rainer Mohren mit dem Archiv des Bistums verhandelt. Jetzt ist das Altarkreuz aus der Kirche in Steinkirchen wieder zurückgekehrt in die Pfarrgemeinde St. Martinus Steinkirchen-Effeld. Allerdings hängt es nicht wieder in Steinkirchen, sondern jetzt in der Herz-Jesu-Kirche in Effeld über dem Altar.

Er freue sich sehr, dass das Kreuz nun doch pünktlich zu Ostern wieder in seine Heimat zurückgekommen sei, so der Propst. Denn ein erster Abholtermin im sogenannten Bistumsmagazin in der Klosteranlage Wenau bei Langerwehe war Mitte März gescheitert.

Dorthin waren das Kreuz und andere wertvolle Werke aus der Steinkirchener Kirche gebracht worden, als diese nach dem Zweiten Weltkrieg geschlossen worden war. Alle wertvollen Teile darin sollten durch die später erfolgte Einlagerung vor Diebstahl gesichert werden.

Rolf Schoenen, Tischlermeister aus Stolberg-Schevenhütte, der fürs Bistum auch als Restaurator tätig ist, sorgte für den Transport und in Effeld für die Aufhängung des Kreuzes. Er war ebenso wie der Propst überrascht, wie gut das Kunstwerk erhalten ist, obwohl es Jahrzehnte im Archiv verbracht hat. Das Kreuz sei neugotisch und stamme aus dem Ende des 19\. Jahrhunderts. Der Korpus sei noch älter, betonte er, ohne sich auf ein genaues Datum festlegen zu wollen.

Fasziniert waren er und der Propst darüber hinaus von der Formgebung des Kreuzes mit den runden Schnitzelementen am oberen Ende und an den Seiten sowie von der dort vorhandenen, dezenten Malerei in Blau- und Rottönen. Sie passt sich in das Gewölbe des Chorraumes, der in den gleichen Farben koloriert ist, derart ein, als hätte das Kreuz schon immer dort gehangen.

Jetzt denkt der Propst darüber nach, vielleicht auch andere Kunstwerke aus Steinkirchen, die derzeit im Bistumsmagazin lagern, in die Pfarrgemeinde zurückzuholen. Er weiß von Heiligen- und Engelsfiguren, von einem Lesepult und von Fahnen, die aus St. Martinus stammen und noch im Bistumsmagazin lagern.

Die „Heimführung des Steinkirchener Kreuzes” wurde in diesen Tagen beim Gottesdienst in der Effelder Kirche, die zur Zeit auch umfassend restauriert wird, bekanntgegeben.

Dort hängt bereits seit Jahren ein Gemälde „Darstellung Jesu im Tempel” aus der Rubens-Schule, das zeitweise im Kreismuseum zu besichtigen war, vom Kreis Heinsberg aber der Kirchengemeinde zurückgegeben wurde.

Für manche der um Erhalt und Pflege der Martinuskirche sehr engagierte Steinkirchener ist nur schwer zu verstehen, dass das alte Kreuz nicht wieder an seinen alten Platz zurückkehrt.

Damit der Turm der Martinuskirche nicht „leer” bleibt, hat Fred Küppers aus Steinkirchen mit eigener Hand ein neues Kreuz gezimmert, und zwar mit der gleichen Höhe von 3,44 Metern. Es steht bereits im Turm, allerdings ohne Kruzifixus. Es erinnert auch daran, dass hier seit dem Jahre 800 ein Kreuz aus Eichenholz gestanden hat, das nach der örtlichen Überlieferung beim Zersägen die Jahreszahl „800” freigegeben haben soll. So schließt sich der Kreis an einem Ort, der viele Jahrhunderte lang ein Ort des Gebets und des christlichen Bekenntnisses geblieben ist.

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