Aachen: Startschuss für Regio-Sportbund gefallen

Aachen: Startschuss für Regio-Sportbund gefallen

Zwar blieben am Ende drei Unterschriftszeilen unter der Gründungssatzung des Regio-Sportbundes (RSB) leer. Aber irgendwie sind nach dem Mittwochabend nun doch alle zehn Partner - zumindest mit einem Bein - mit im Boot.

Zum einen haben neben dem Aachener Stadtsportbund (SSB) mit Alsdorf, Herzogenrath, Monschau, Roetgen, Stolberg und Würselen die sechs Stadt- und Gemeindesportverbände (SSV/GSV) aus dem ehemaligen Kreisgebiet den neuen Dachverband aus der Taufe gehoben.

Zum anderen sind mit Baesweiler, Eschweiler und Simmerath die drei Kommunen, die (noch) nicht über einen Sport-Dachverband verfügen, in der Warteschleife. Sie verfügen jeweils über eine Beitritts-Option - ob diese eingelöst wird, hängt indes von politischen Entscheidungen vor Ort ab.

Dass die Geburt des RSB eine schwere war, daraus machen die Gründungsväter - allen voran Björn Jansen und Günter Kuckelkorn, die einstimmig zum Präsidenten respektive Vize-Präsidenten gewählt wurden - keinen Hehl. Viele Gespräche seien nötig gewesen. Und noch bis Anfang der Woche hatte etwa der Vorsitzende des Stolberger Stadtsportverbands gedroht, aus satzungsrechtlichen Fragen die Gründungsversammlung gänzlich zu boykottieren. Doch Kompromisse wurden gefunden. Weitere Satzungsfragen sollen bald bei einer Mitgliederversammlung erörtert werden.

143.000 Sportler, 645 Vereine

Dabei betonten Jansen und Kuckelkorn, dass der Schritt zur Gründung des städteregionalen Verbandes, der künftig rund 143.000 Sportler aus 645 Vereinen vertreten soll, nötig war. Besonders für den organisierten Sport im ehemaligen Kreisgebiet. Denn nach den Querelen der Vergangenheit, die sich auch um die Erhebung von Mitgliedsbeiträgen drehten, war eine Zukunft unter dem bisherigen Kreissportbund (KSB) nicht möglich. Für Kuckelkorn, der auch Chef des Würselener SSV ist, ist die RSB-Gründung ein wichtiger Neustart. Tags zuvor war der KSB in Alsdorf bereits von den anwesenden 34 Delegierten einstimmig aufgelöst worden.

Jansen, der auch Vorsitzender des Aachener SSB ist, unterstrich, dass sich mit dem neuen Dachverband für die Vereine an den Zuständigkeiten nichts ändert. Doch zugleich mache die nun begonnene Zusammenarbeit auf Augenhöhe Sinn. Denn für die Politik und den Landessportbund (LSB) sei ein Ansprechpartner auf städteregionaler Ebene unverzichtbar, etwa wenn es um Zuschüsse gehe. Nun müsse sich der RSB auch als Dienstleister etablieren, etwa bei Aus-, Fort- und Weiterbildung von Übungsleitern. Und Jansen betonte: „Wir wollen zunächst durch Leistung überzeugen. Daher klammern wir bewusst das Thema Mitgliedsbeiträge aus.”

Dass der Neustart gelingen kann, davon zeigten sich nicht nur Städteregionsrat Helmut Etschenberg, Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp und der Stolberger CDU-Landtagsabgeordnete Axel Wirtz, der Vorsitzender des Sportausschusses im Landtag ist, überzeugt. Auch LSB-Präsident Walter Schneeloch sprach von einem „wichtigen Akt”. Denn die Sportvereine in der Städteregion bräuchten die Unterstützung von einem starken Dachverband.

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