Kreis Heinsberg: Stallpflicht für Geflügel gilt nunmehr kreisweit

Kreis Heinsberg: Stallpflicht für Geflügel gilt nunmehr kreisweit

Zur Vermeidung der Einschleppung der Vogelgrippe hat der Kreis Heinsberg am Mittwochnachmittag unter sofortiger Vollziehung verfügt, dass alle Halter von Geflügel im Gebiet des Kreises Heinsberg Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasanen, Laufvögel, Wachteln, Enten oder Gänse ausschließlich in geschlossenen Ställen oder vergleichbaren Vorrichtungen zu halten haben, die gegen Einträge von außen und dem Eindringen von Wildvögeln gesichert sind.

Die Aviäre Influenza (Vogelgrippe) ist nach Angaben des Kreises eine hoch ansteckende Virus­erkrankung, die bevorzugt Hühnervögel und Puten, aber auch Wassergeflügel wie Enten und Gänse befalle. Das Virus werde durch direkten Tierkontakt, aber auch durch die Luft übertragen, sodass sich eine Infektion leicht ausbreiten könne. Das Friedrich-Loeffler-Institut habe eine Risikoeinschätzung veröffentlicht, die besage, dass das Risiko des Eintrags von Geflügelpest des Subtyps H5N8 bundesweit als hoch eingeschätzt werde.

Bereits im November war die Stallpflicht für Geflügel im Gebiet der Städte Hückelhoven und Wassenberg sowie der Gemeinde Gangelt angeordnet worden. Dabei war darauf verwiesen worden, dass sich in diesen drei Kommunen bevorzugt wildlebende Watt- und Wasservögel auf dem Durchzug sammeln oder dort rasten würden. Diese Gebiete wiesen darüber ­hinaus eine überdurchschnittliche Geflügeldichte auf, sodass im Falle einer Infektion sehr große Bestände betroffen wären.

Das NRW-Verbraucherschutzministerium hat aber jetzt nach dem Ausbruch der Geflügelpest in einer Putenhaltung im Kreis Soest und aufgrund der anhaltenden Dynamik der Seuchenentwicklung in der Wildpopulation die offiziell Aufstallpflicht genannte Regelung flächendeckend auf ganz Nordrhein-Westfalen ausgeweitet.

Wer gegen die Aufstallungsanordnung vorsätzlich oder fahrlässig verstößt, verwirklicht laut Kreis einen Bußgeldtatbestand der Geflügelpest-Verordnung, was nach dem Tiergesundheitsgesetz mit einer Geldbuße von bis zu 30.000 Euro geahndet werden könne.

Weitere Informationen zur aktuellen Tierseuchenverfügung erteilt das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises Heinsberg unter Telefon 02452/133901 oder 133902.

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