Aachen: Städteregion: „Zeigen, wo die Bürger konkret betroffen sind”

Aachen: Städteregion: „Zeigen, wo die Bürger konkret betroffen sind”

„So bunt wie das Leben” lautet das Motto der am Freitag eröffneten Euregio-Wirtschaftsschau. Auf 24.000 Quadratmetern präsentieren rund 500 Aussteller bis einschließlich Sonntag, 15. März, täglich von 10 bis 18.30 Uhr, was sie haben und können.

Farbenfroh zeigte sich die Schau allerdings schon vor der offiziellen Eröffnung. Naja, zumindest so bunt, wie das politische Spektrum es zulässt. Rot, Schwarz, Gelb, Grün und Dunkelrot zeigten sich gemeinsam auf der Bühne.

Es war das erste Aufeinandertreffen von Uwe Zink (SPD), Helmut Etschenberg (CDU), Dr. Werner Pfeil (FDP), Dr. Thomas Griese (Grüne) und Uwe Löhr (Linke). Was sie eint? Der Wunsch, Städteregionsrat zu werden. Wobei es den Wähler naturgemäß mehr interessiert, was die Kandidaten unterscheidet.

Chef von 1400 Mitarbeitern

Dieser Frage sollte Moderator und Udo Kals, Redakteur unserer Zeitung, im Laufe der Podiumsdiskussion noch auf den Grund gehen. Davor war aber Grundlagenarbeit zu leisten. Städteregionsrat, was ist das überhaupt? „Er ist der erste Amtsträger der Städteregion und damit Chef der Verwaltung, die er möglichst effektiv leiten sollte”, sagte Griese.

Und wer ist am besten geeignet? Die Präferenzen der Kandidaten sind eindeutig. Etschenberg ist für Etschenberg. Nicht nur weil er mit 15 Jahren bereits seine Ausbildung in der Verwaltung antrat und entsprechend viel Erfahrung sammeln konnte. „Ich habe 30 Jahre in Aachen gelebt und 30 in Monschau. Ich bin die Städteregion auf zwei Beinen”, sagte er. Zink und Griese bezweifeln das. Beide betonten, über mindestens genauso viel Erfahrung zu verfügen. Zink ist Kreisdezernent und war Referent des Düsseldorfer OB, Griese fungierte als Staatssekretär im NRW-Umweltministerium.

Rechtsanwalt Pfeil kommt aus der freien Wirtschaft, was er nicht als Nachteil sieht. Die Leitung einer 1400-köpfigen Verwaltung traut er sich zu. Gleiches gilt für Löhr: „Mir haftet der Amtsschimmel nicht an. Ein Vorteil, weil ich eine andere Perspektive habe.”

Bildung bleibt zentrales Thema

Ausnahmslos einig sind sich die Kandidaten darin, dass sie die Städteregion ihren 570.000 Bewohnern noch näher bringen müssen. Zink: „Es ist entscheidend zu verdeutlichen, wo sie die Leute konkret betrifft.”

Ganz oben auf der Agenda aller Parteien findet sich das Thema Bildung. „Wir wollen die Region zur Wissenschaftsregion ausbauen, wie es in Europa keine zweite gibt”, sagte nicht nur Pfeil. Die Grünen wollen kostenlose Bildung vom Kindergarten bis zur Uni, die Linke betont die Gleichheit bei Bildungschancen.

Die CDU mache sich zudem für eine „Renaissance des Mittelstands” stark, so Etschenberg. Ökonomie ist auch für die Grünen ein zentrales Thema, aber nie ohne Berücksichtigung der Ökologie. Griese: „Wir brauchen nachhaltiges Wirtschaften, halten an unserer Vision 100 Prozent erneuerbarer Energien fest.”