Aachen: Städteregion? Jetzt gehts erst richtig los

Aachen: Städteregion? Jetzt gehts erst richtig los

570.000 Einwohner wird die Städteregion Aachen haben, wenn der Zusammenschluss von Stadt und Kreis im Oktober vollzogen ist. Sieben Monate vorher sehen sie dem noch eher reserviert entgegen. Das jedenfalls ist der Eindruck von Kreisdirektor Helmut Etschenberg.

„Aber das Interesse lässt sich leicht wecken”, meint er, „wenn man auf die Menschen zugeht.” Etschenberg ist CDU-Kandidat für das Amt des Städteregionsrats. Am Freitag stellte er sich gemeinsam mit seinen Konkurrenten von SPD, Grünen, FDP und Linkspartei im Rahmen der Euregio-Wirtschaftsschau der Öffentlichkeit vor.

Und die Resonanz bei der Podiumsdiskussion gab dem Kreisdirektor recht: Nur eine überschaubare Zahl an Zuschauern hatte sich zu Beginn ins Gastronomiezelt verloren - die Zuhörerrunde aber sollte bald größer werden.

Mehr Bürgereinfluss

Die Diskussion, moderiert von unserem Redakteur Udo Kals, zeigte vor allem eines: Die Parteien wollen die Städteregion. So sieht auch Uwe Löhr, Kandidat für die Linke, die sich in der Vergangenheit häufig kritisch zum Thema geäußert hat, Chancen in dem Zusammenschluss aus Stadt und Kreis Aachen. Vor allem hofft er auf eine stärkere Einbindung der Bürger bei kommunalpolitischen Entscheidungen.

Zunächst aber gilt es, die Städteregion transparent umzusetzen. SPD-Kandidat Uwe Zink: „Es wird entscheidend sein zu verdeutlichen, wo die Städteregion die Leute betrifft.” Sein grüner Gegenkandidat Thomas Griese tat dies anhand des Projekts Campus Melaten: „Dort sollen einmal 5000 Arbeitsplätze entstehen. Diese 5000 Menschen werden irgendwo wohnen, werden mit dem Auto fahren und brauchen Kita- und Schulplätze für ihre Kinder. Eine Stadt Aachen allein kann das nicht stemmen. Für eine vernünftige Planung brauchen wir die Städteregion.”

Kein Leichtes wird es auch, das Amt des Städteregionsrats zu stemmen. So betrieben alle fünf Kandidaten bereits Wahlkampf um die Position als Chef einer Verwaltung mit über 1300 Köpfen. Jeder sah sich bestens qualifiziert für die anspruchsvolle Aufgabe: Kreisdirektor Etschenberg, der frühere Staatssekretär Griese, der derzeitige Kreisdezernent Uwe Zink, aber auch der Jurist und FDP-Kreisvorsitzende Werner Pfeil und Uwe Löhr.

„Wird der Bürger nicht überfordert?”, wollte Udo Kals mit Blick auf weitere, grenzüberschreitende Projekte wissen. „Die Städteregion ist nur die Hardware für solcherlei Projekte. Die Entwicklung darf da nicht aufhören”, verneinte Helmut Etschenberg. Und Werner Pfeil pflichtete bei: „Die Entwicklung fängt gerade erst an.”

Mehr von Aachener Zeitung