Heinsberg: St. Gangolf: Altar-Jubiläum nur per Zufall entdeckt

Heinsberg: St. Gangolf: Altar-Jubiläum nur per Zufall entdeckt

Das große Jubiläum, das die Pfarrei St. Gangolf zum Monatsende mit einer ganzen Festwoche feiert, ist einem Zufall zu verdanken.

Als Propst Markus Bruns nach Heinsberg kam, sich für die Geschichte seiner Kirche interessierte und zum grün gebundenen Handbuch des Bistums Aachen griff, las er dort folgenden Satz über den Altar des Selfkantdoms: „Am 2. Oktober 1262 war feierliche Weihe durch den Lütticher Weihbischof.”

Diesen Satz zitierte Bruns jetzt auch, als er zusammen mit dem Festausschuss über das bevorstehende Jubiläumsprogramm informierte. Außerdem fügte er hinzu: „Immerhin findet seit diesem Datum auf dem Kirchberg kirchliches und gemeindliches Leben statt.” Grund genug also, den Jahrestag der Altarweihe nach genau 750 Jahren gebührend zu feiern.

Ein Pontifikalamt mit Weihbischof Karl Borsch am Sonntag, 23. September, um 11 Uhr, bildet den Auftakt. Die Chöre von St. Gangolf und der Pfarr-Cäcilienchor aus Kirchhoven singen zu diesem Anlass unter der Leitung von Regionalkantor Winfried Kleinen die Kölner Domfest-Messe.

Ein großes Pfarrfest auf der Wiese gleich neben der Kirche schließt sich an (bis 18 Uhr). Verkaufsstände werden ergänzt durch Spielangebote für die kleinen Besuche. So wird es für sie zum Beispiel eine Rallye durch St. Gangolf geben, bei der es Fragen zur Kirche zu beantworten gilt. Preise winken dabei ebenso wie beim Luftballonwettbewerb. Abgerundet wird das Programm durch Kirchturmführungen und eine Tombola, deren erster Preis ein Rundflug über Heinsberg ist.

Mit „Historisches zum Jubiläum” ist die Veranstaltung mit Konzert und Vortrag überschrieben, die am Mittwoch, 26. September, um 19.30 Uhr in der Kirche beginnt. Das Festkonzert mit dem Jungen Chor von St. Gangolf unter der Leitung des Regionalkantors wird ergänzt mit historischen Beiträgen in Wort und Bild zur Geschichte des Selfkantdoms. Referent ist Domkapitular em. Albert Honings.

Ebenfalls Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten ist der Heimatabend, zu dem der Spielmannszug Heinsberg anlässlich seines 100-jährigen Bestehens am Freitag, 28. September, um 20 Uhr in die Stadthalle einlädt. Hier werden sich auch die Kirchenchöre Heinsberg und Kirchhoven musikalisch engagieren. Zur Ausstellung des Kirchenschatzes von St. Gangolf lädt Küster Johann von Krüchten am Samstag, 29. September, von 10 bis 16 Uhr in die Krypta ein. Zu sehen ist dann auch ein um 1400 entstandenes Reliquiar mit einem Knochenpartikel des heiligen Gangolf.

Die Festmesse zum Kirchweihfest am Sonntag, 30. September, um 11 Uhr gestalten der Kirchchor St. Gangolf und der Pfarr-Cäcilienchor Kirchhoven unter der Leitung des Regionalkantors als Turmbläsermesse.

Zwei Tage später, am 2. Oktober und damit dem Tag der Altarweihe, steht St. Gangolf um 19.30 Uhr im Zeichen der Ökumene. „Von den 750 Jahren unserer Geschichte verbinden uns immerhin 250 gemeinsame Jahre des Weges vor der Reformation”, so Bruns. So freut es ihn sehr, dass der evangelische Pfarrer Sebastian Walde an diesem Tag in St. Gangolf predigen wird.

„Die Gemeinde nach uns hat vielleicht wieder die Mahlgemeinschaft”, erklärte der Propst. „Ich würde mir das sehr wünschen.” Den Gottesdienst am Jubiläumstag gestaltet musikalisch der Wilhelm-Willms-Projektchor unter der Leitung von Kantor Willi Kann. Mit einem Sektempfang klingen die Jubiläumsfeierlichkeiten aus.

Zu den Führungen für Schulklassen, die im Rahmen des Jubiläums angeboten werden und bereits am kommenden Montag beginnen, haben sich insgesamt 24 Klassen angemeldet. Ein Buchgutschein winkt all denjenigen Schülern, die das vorbereitete Quiz am besten lösen.

„Das ist alles ganz, ganz spannend”, resümierte Bruns. „St. Gangolf hat eine sehr bewegte Geschichte. Das muss für uns heute Ansporn sein, die Geschicke in die Hand zu nehmen, damit Kirche auch Zukunft hat.”

Chronik und Kirchenführer zum Jubiläum

Pünktlich zur 750-Jahr-Feier der Altarweihe sind auf Anregung von Propst Markus Bruns eine neue Chronik und ein neuer Kirchenführer erschienen. Die 50 Seiten starke Chronik hat der Heinsberger Historiker Wilhelm Frenken verfasst. Im neuen, 80-seitigen und durchgehend vierfarbigen Kirchenführer nimmt Domkapitular em. Albert Honings, der 23 Jahre als Propst und Seelsorger in Heinsberg tätig war, den Leser mit auf einen Rundgang durch die Kirche.

Die Chronik (drei Euro) und der Kirchenführer (fünf Euro) sind ab Mittwoch, 19. September, erhältlich in der Buchhandlung Gollenstede und im Pfarrbüro von St. Gangolf.

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