1. Sport

Aachen: Yesterday: Der große Star schaut nur zu

Aachen : Yesterday: Der große Star schaut nur zu

Nicht immer gewinnt der Favorit, schon gar nicht, wenn er überhaupt nicht antritt. Die Rede ist vom (noch) amtierenden Weltmeister Shawn Flarida.

Der US-Boy gewann mit einem grandiosen Ritt die Einzelwertung bei den Weltreiterspielen 2002 in Jerez de la Frontera und trug wesentlich zum Mannschaftsgold der Amerikaner bei.

Diesmal jedoch gehört Shawn Flarida nicht zum US-Team. Der Grund liegt in den Auswahlkriterien der Amerikaner für diese WM. Während sich beispielsweise die deutschen Reiter auf mehreren Sichtungsterminen bewähren mussten, entschieden sich die USA für ein sehr einfaches System - das jedoch auch seine Tücken hat.

Die Mannschaft sollte sich aus den vier besten Reitern der „United States Equestrian Federations Open Reining Championship” rekrutieren, die am 24. Juni in Lexington, Kentucky, stattfanden. Hier galt Flarida als einer der großen Favoriten.

Pech für ihn, dass er dann aber nicht unter den besten Vier war. „Schätze, es sollte einfach nicht sein. Man kann halt nicht alles gewinnen,” sagte er hinterher mit einem Lächeln. Was blieb ihm auch anderes übrig?

Flarida ist einer der erfolgreichsten Reiningreiter der Welt. Neben Doppelgold mit San Jo Freckles bei der vergangenen WM gewann er drei der letzten vier NRHA Futuritys. Dieses jährlich stattfindende Megaturnier des amerikanischen Reining-Verbandes (NRHA) ist das höchstdotierte Event der Welt für dreijährige Pferde. Shawn gewann 2002 mit Wimpys Little Step, 2004 mit Smart Spook und im vergangenen Jahr mit KR Lil Conquistador.

Zudem gewann er mit Smart Spook, einem American Quarter-Horse-Hengst im Besitz der Britin Rosanne Sternberg (Mitglied der britischen WM-Mannschaft) 2005 das NRHA Derby, das zweite große Topereignis in den USA für vier- bis sechsjährige Reining-Pferde.

1,87 Mio. US-Dollar

Im Jahr 2003 übersprang Shawn Flarida die Eine-Million-Dollar-Marke an Preisgeldern, bis heute gewann er insgesamt über 1,87 Millionen US-Dollar.

Doch Flarida ist nicht nur ein erstklassiger Ausbilder und Reiter, der die Sympathie des Publikums für sich gewinnt, wo immer er auftritt. Er ist auch als fairer Sportsmann bekannt, und als solcher nahm er die Niederlage in Kentucky gelassen hin: „Die Entscheidung wurde hier durch unsere fünf Richter gefällt. So ist es eben, und sie fiel zugunsten von Tim McQuay, Dell Hendricks, Matt Mills und Aaron Ralston. Sie haben es sich verdient!”

von der Reit-WM