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Aachen: WM-Tickets: In der Soers blüht der Schwarzmarkt

Aachen : WM-Tickets: In der Soers blüht der Schwarzmarkt

Eintrittskarten für die letzten Tage der Weltreiterspiele sind heiß begehrt - und damit blüht in der Soers der Schwarzmarkt.

Am Mittwoch spielten sich am Ticketzelt vor dem Haupteingang an der Albert-Servais-Allee teils bizarre Szenen ab. Während die ALRV-Mitarbeiter bei den Kartenwünschen der Reitsportfans oft bedauernd den Kopf schütteln mussten - das Springstadion ist schon restlos ausverkauft -, wurden draußen vor dem Zelt Karten nahezu aller Kategorien zu teilweise deutlich erhöhten Preisen feilgeboten.

Und das nicht dezent und sozusagen unter der Hand, sondern lautstark und offensichtlich. Einige Schwarzhändler hatten im Wortsinne die Taschen voller Tickets - bündelweise wurden sie angeboten, manch einer hatte mehr als 100 Stück dabei.

Nach AZ-Informationen soll es sich bei den Karten um so genannte Rückläufe handeln - also um nicht verkaufte Kontingente etwa von Reiseveranstaltern, die aber vom Veranstalter nicht mehr zurückgenommen worden seien. Der ALRV wies dies jedoch zurück. „Davon ist uns nichts bekannt”, erklärte Pressesprecher Niels Knippertz und verwies zudem darauf, dem möglichen Missbrauch bereits beim Kartenverkauf einen Riegel vorgeschoben zu haben. „Pro Person sind jeweils nur vier Karten abgegeben worden.”

Polizeisprecherin Iris Fourné indes betonte, dass ihren Kollegen in einem solchen Fall wohl die Hände gebunden wären: „Wenn echte Karten verkauft werden, egal zu welchem Preis, ist das kein strafrechtlicher Tatbestand.”

Andernfalls könnte den Händlern nur ein Verstoß gegen die Reisegewerbeordnung vorgeworfen werden - und damit wäre das Ganze eine Sache für die Stadt. Fourné: „Die städtischen Überwachungskräfte könnten dann zum Beispiel ein Platzverbot aussprechen.”

Tatsächlich waren Mitarbeiter des Ordnungsamts am späten Nachmittag vor Ort präsent. „Unsere Innenstadtüberwachungskräfte sind über die Bürger-Hotline darauf aufmerksam gemacht worden”, erklärte Stadtpressesprecher Hans Poth auf Anfrage. Aber offensichtlich hatten die Schwarzhändler bis zu diesem Zeitpunkt schon gute Geschäfte gemacht. Poth: „Es wurden nur Personen angetroffen, die sehr wenige Karten dabei hatten.”