Aachen: Weishaupts Wundertat: Sieg über Speed-König Farrington

Aachen: Weishaupts Wundertat: Sieg über Speed-König Farrington

Wenn Philipp Weishaupt auf seinen Landsmann Hans-Dieter Dreher gehört hätte, wäre er als vorletzter Starter im STAWAG-Preis gar nicht mehr in den Parcours gegangen. „Wenn Kent Farrington Null geht, ist es unmöglich, ihn zu schlagen“, behauptete Dreher nach einem erneuten Parforce-Ritt des US-Amerikaners, der schon im Preis von Europa alles in Grund und Boden geritten hatte.

Und jetzt in einem Springen auf Fehler und Zeit — ohne Stechen. Ein idealer Wettbewerb für Speed-Reiter. Und so führte Farrington auf Blue Angel auch wenig überraschend, sah mit Null Fehlern und 63,53 Sekunden wie der sichere Sieger aus — bis Weishaupt kam mit Calado (63,31).

„Er hat seine Rechnung ohne mich gemacht“, schmunzelte Weishaupt. „Es ist alles gelungen. Dabei kenne ich das Pferd erst seit dieser Woche. Es war unser erstes Turnier.“ Umso erstaunlicher die grandiose Leistung. „Aachen, volles Haus und dann als vorletzter Starter zu gewinnen — besser geht‘s nicht“, frohlockte der Bereiter im Stall von Ludger Beerbaum. „Ich hatte nichts zu verlieren. Ich wusste, dass Calado gut drauf ist und mit seinen 13 Jahren auch die entsprechende Erfahrung hat. Zudem kennt er schon Aachen, was ein großer Vorteil ist.“

Für den Abend gönnte sich der Triumphator denn auch ein schönes Rahmenprogramm: „Erst mal ins Hotel, schön duschen und dann in Ruhe den Nationenpreis von der Tribüne anschauen“, kündigte Weishaupt an. Ein Gläschen Schampus wird sicherlich dazugehören. „Das haben wir uns verdient.“ Bei einer Siegprämie von 6000 Euro sitzt das wohl drin.

Durch den späten Erfolg Weishaupts fiel Dreher zwar auf Rang vier hinter Farrington und den Belgier Pieter Devos mit Echo zurück. Doch seine Freude konnte das nicht trüben. „Heute lief es anders als zuvor richtig klasse.“

(bsc)